Szeneanfang:
Immer noch Morgen. Meneor, Myrta und Iris fliegen in hohem Bogen auf Genville zu …
… und werden sanft vom Pilzwesen aufgefangen …
… und auf den Boden gesetzt.
Zur überraschung von Meneor und Myrta rennt Iris los.
Iris, laut rufend: "Fluuuhhh!!!
Meneor und Myrta l?cheln sich verstehend zu.
Meneor, wach und aufmerksam wie immer, und Myrta, schwer in Gedanken an das Erlebte, spazieren Iris nach.
Nach einigen Schritten sehen sie, wie Iris Flu so heftig umarmt, dass dieser erschrocken aufjault.
Iris kommen die Tr?nen, wie es aus ihr heraus bricht: "Ich danke dir, Flu. Ich danke dir, dass du uns gerettet hast vor dem grausamen Tod durch die Schleier des Nacht."
Flu, erstaunt: "Warrrum jetzt? Das ist doch schon lange herrr."
Iris, ihr Gesicht in Flus Fell drückend, wie oben: "Weil ich erst jetzt begriffen habe, was du für mich getan hast und weil ich ein arrogantes Miststück war, das dich insgeheim als gut dressierten Hund verachtet hat. Ich m?chte dich dafür um Verzeihung bitten und dir von ganzem Herzen danken, dass ich noch am Leben sein darf."
Meneor beobachtet erstaunt, wie Myrta die Tr?nen kommen, und fragt: "Warum hast du so starke Gefühle?"
Myrta, Iris und Flu betrachtend, wie oben: "Iris hat grosses Angst vor Liebesgefühlen. Ich finde es so sch?n, dass es hier sein Herz ?ffnen kann, dass ich weinen muss."
Flu: "Es ist gut, dass du ein ganzes Herrrz hast. Mit einem halben kannst du nicht leben."
Iris, wie oben, h?rt es erstaunt.
Iris, wie oben, l?chelnd: "Sind hier alle Philosophen?"
Iris, aufstehend: "Komm mit, Flu. Nach diesem schrecklichen Nacht haben wir alle ein Iris-Frucht verdient."
Zu viert stehen sie vor dem Iris-Busch und essen eine Frucht.
Wie ihnen die Frucht einf?hrt, fangen ihre Gesichter an zu strahlen.
Iris sieht Meneor, umgeben von einem Heiligenschimmer, …
… umschlingt ihn …
… und küsst ihn innig auf den Mund.
Myrta sieht das Paar, ebenfalls in einen Heiligenschimmer gebettet, und seufzt: "Hach, wie ein Bild aus einem Fantasyfilm!"
Myrta, auf dem Rücken mit ge?ffneten Schenkeln, hin und weg: "Meneor, entfalte dein Pracht in meinem Schoss! L?sche mein Feuer! Ich glühe!"
W?hrend Meneor sich auf Myrta legt, sieht Iris Flu vom Heiligenschimmer umgeben.
Iris umarmt Flu und flüstert ihm ins Ohr: "Für uns Asexuelle gibt es glühende Umarmungen."
Flu, strahlend: "Ja."
W?hrend Flu und Iris sich leidenschaftlich umarmen, beobachtet Iris Myrta, die vor Lust zerfliesst, und denkt: 'Wie Myrta es geniessen kann!'
Iris, mit Blick auf Meneor und Myrta, wegen der Frucht kichernd: "Das ist das erste Begattung, das ich beobachte, bei dem mir nicht das kalte Kotzen kommt."
Wie Meneor und Myrta l?chelnd neben einander liegen, sagt Iris neugierig zu Myrta: "Und wenn du von einem Genville schwanger wirst?"
Myrta, erschrocken: "Ich dachte, wenn die Genville-Frauen kein Geb?rmutter haben, brauchen die M?nner ja auch kein Samen …"
Myrta, zu Meneor blickend, verunsichert: "… Aber jetzt, wo du es sagst …"
Meneor: "Aus meinem Verl?ngerung kommt nur Freude … für dich und für mich."
Myrta macht erleichtert "Puuhh".
Iris, Stirn runzelnd: "Und was ist das für ein Freude, das da raus kommt?"
Myrta, lachend: "Du stellst Fragen!"
Meneor: "Es macht das andere glücklich."
Iris, finster: "Diese Monster haben ihre Schw?nze in Drogenspritzen verwandelt!"
Myrta, selig: "Jetzt weiss ich, warum ich mich danach immer so paradiesisch fühle, hihihi."
Iris, mit geschlossenen Augen zum Himmel blickend, in einer Mischung aus Genuss und Unbehagen: "Ja, jetzt spüre ich es auch, dieses beschissene Gefühl, das sie auch in dieses Frucht gepackt haben."
Iris, zu Myrta, kritisch: "Ist dir das egal, dass du mit Drogen vollgestopft wirst?"
Myrta, bes?nftigend: "Sei nicht so streng, Iris. Oder hast du mich schon einmal schlotternd vom Sucht nach einem 'Injektion' gieren sehen? Bin ich ausgemergelt? Fallen mir die Haare oder die Z?hne aus? Zeige ich irgendein Symptom, das mich als Süchtiges entlarven würde?"
Iris, unsicher: "Nein, aber wenn sie dich mit ihrem Drogenspritze so manipulieren, dass du jedes Tag die Beine breit machst, ist das doch …"
Myrta: "... toll. Das entspricht n?mlich genau meinem Rhythmus. Nur musste ich früher mein Verlangen mit einem Vibrator stillen, was nicht sehr befriedigend war, w?hrend ich jetzt vom Lust zerfliesse und mich danach warm, wohlig und geborgen fühle."
Iris, verblüfft: "Wa... du hast jedes Tag ..."
Myrta, intensiv: "Ist nicht jedes Freude, das dir jemand schenkt, ein 'Manipulation'? Und m?chtest du aus Furcht davor lieber auf jedes Freude verzichten?"
Iris schaut mit grossen Augen ...
... und sagt, sich an traurige Erlebnisse erinnernd: "Wenn Natürliche dich manipulieren, ist es meistens zu ihrem Nutzen und zu deinem Schaden. Es ist schwierig, sich dieses Denken abzugew?hnen."
Myrta, mitfühlend: "Wir sind hier Kr?ften ausgesetzt, die das normale Vorstellungskraft bei Weitem übersteigen. Jedes dieser Wesen k?nnte uns in einem Sekunde in Scheiben schneiden oder in Nichts aufl?sen. Wollen wir deshalb jedes Tag schlottern vom Angst oder wollen wir, leicht zitternd vom Erregtheit über all diese Wunder, uns hin geben und darauf vertrauen, dass nichts davon uns Schaden zufügen will? …"
Iris h?rt mit grossen Augen zu.
Myrta, l?chelnd: "... Lass uns das Leben in jedem Sekunde geniessen. Und wenn sie uns eines Tages in Scheiben schneiden, ..."
Myrta, sich lachend auf den Po klopfend: "... Scheiss drauf! Wenn wir tot sind, tut uns nichts mehr weh!"
Iris, schmerzlich l?chelnd: "?hm ja ... sehr tr?stlich."
Myrta: "Manchmal, wenn ich dich im Fernsehen gesehen habe, habe ich mich gefragt, ob ein so berühmtes Frau wie du glücklich sein kann."
Iris, grimmig: "Wenn du unter Natürlichen glücklich sein willst, musst du dein Horizont auf Laufgittergr?sse schrumpfen."
Myrta: "Und wo sind in Genville die Grenzen des Glücks?"
Iris schaut mit grossen Augen ...
... und sagt mit dunklem Blick: "Wie es scheint ... in mir."
Stimme aus dem Off: "Das Penis ist in Schleim gehüllt,
das stets es mit viel Glück erfüllt."
Myrta und Iris schauen die l?chelnde Wagon befremdet an.
Myrta, begreifend: "Das Droge ist auch im Vaginalschleim, sodass die M?nner auch 'manipuliert' werden?"
Wagon, l?chelnd: "Das Paradies ist kein Einbahnstrasse."
Myrta, freudig hoffend: "Ich m?chte auch so ein paradiesisches Schoss haben. Geht das?"
Wagon, nickend: "Dafür brauchst du nicht Ambellmi. Das Bisschen Drüsenver?nderung bekommen die andern Nutzwesen auch hin."
Iris, Myrta und Wagon anschauend, fassungslos: "Ihr hemmungslosen ..."
Iris, die Erschütterte spielend: "Buhuhuhu, wo bleiben meine Vorurteile über das Geschlechterkrampf? Sie zerbr?seln."
Myrta, lachend: "Sie zerschleimen."
Iris, mit Ekel: "W?h!"
Wagon lacht. Meneor und Flu grinsen.
Szeneanfang:
Kurze Zeit sp?ter.
Hand in Hand gehen Piri und Ewald durch Genville.
Ewald macht ein eher bekümmertes Gesicht.
Piri bemerkt es ...
... und fragt neugierig: "Hat mein Schoss kein L?cheln auf dein Gesicht gebracht?"
Ewald, seufzend: "Ach, weisst du, Piri. Mein Lebensgeb?ude ist am Einstürzen. Ein Schoss allein kann da nicht viel helfen."
Piri, sinnierend: "Du meinst, du brauchst viele Schosse?"
Ewald, mit schmerzlichem Kichern: "Nein, Piri. Auch tausend Schosse k?nnen dir kein Halt geben, wenn du es verloren hast."
Piri, Ewald umarmend: "Ich halte dich."
Ewald hat die Umarmung erwidert und sagt mit feinem, schmerzlichem L?cheln: "Es ist wundersch?n in deinen Armen. Aber mein Geist irrt durch ein finsteres Tal."
Piri, treuherzig: "Du kannst ein neues Problem nur l?sen, wenn du es mit einem bekannten verwechseln kannst. Deshalb ist es gut, wenn du neue L?sungen sammelst und sie in deinem Kopf speicherst. Wenn dann ein Problem auftaucht, das du mit einem verwechseln kannst, hat du schon ein m?gliches L?sung parat."
Ewald, Stirn runzelnd: "Das verstehe ich jetzt nicht. Warum verwechseln? Dann ist es ja nicht das selbe Problem und das L?sung passt auch nicht."
Piri: "Ohne Verwechseln w?ren wir ziemlich dumm. In Natural City hast du doch jedes Frau als Frau erkannt, auch wenn du es noch nie gesehen hast."
Ewald, nicht wissend, worauf Piri hinaus will: "Ja klar."
Piri: "Das war nur m?glich, weil du die bekannten Frauen unscharf abgespeichert hast. Durch dieses Unsch?rfe haben die meisten unbekannten Frauen mit einem bekannten Frau überein gestimmt. Du hast das Problem, was ist dieses unbekannte Wesen, mit einem bekannten Wesen verwechseln und das entsprechende L?sung auf das Unbekannte angewendet: Dieses Wesen ist auch ein Frau und kein t?dliches Monster ..."
Piri, lachend: "... Sonst w?rst du vielleicht schreiend davon gerannt."
Ewald, schmerzlich l?chelnd: "Ja, dann h?tten mich wohl alle für verrückt gehalten."
Ewald, sinnierend: "Jetzt verstehe ich. H?tte ich ein fotografisches Pr?zisionsged?chtnis und würde ich nur Frauen erkennen, die exakt mit einem Speicherbild übereinstimmen, w?re jedes unbekannte Frau ein fremdartiges Wesen."
Ewald, Piri anschauend: "Und was folgt daraus?"
Piri, fr?hlich: "L?sungen sammeln."
Piri rennt los und ruft: "Meneor wartet bestimmt schon!"
Ewald l?sst sich an der Hand mit Fragezeichengesicht mit ziehen.
Wie sie Meneor erreichen, steht dieser vor Lebensinsel und macht ein muffiges Gesicht.
Piri, befremdet: "Warum so muffig, Meneor?"
Meneor, wie oben: "Ich bin eifersüchtig, weil du Sex gehabt hast mit Ewald."
Ewald wird es ungemütlich.
Piri ist zuerst verblüfft, ...
... schaltet dann aber schnell, wirft sich vor Meneor auf die Knie, umfasst seine Hüfte und sagt elendiglich: "Verzeih mir, grosses Krieger. Ich wusste nicht, dass mein unkeusches Sehnen dich so verletzt. Aber Ewald ist so ein süsses Schnuckerl. Es bringt mein Blut ins Wallen und benebelt meine Sinne. Hilflos erliege ich seinem Werben und erglühe unter seinem Brunst."
Meneor h?rt es mit anschwellendem Zorn.
Ewald denkt geschockt: 'Das ist nicht gut! Das ist nicht gut!'
Meneor fokussiert Ewald mit einem Furcht einfl?ssenden "Grrr".
Ewald f?llt das Herz in die Hose.
Ewald wendet sich zum Fliehen.
Piris Hand krallt sich in Ewalds Kleid ...
... und verhindert seine Flucht.
Ewald, in Panik: "Aaahhh!!"
Piri hat sich Ewald auf die Arme geladen und sagt lachend zu dem Verwirrten: "Wohin so eilig, mein Schnuckerl?"
Wie Ewald den Kopf dreht, sieht er den grinsenden Meneor neben sich und beginnt zu begreifen, dass er verarscht worden ist.
Ewald ruft gequ?lt: "Ihr verdammten Monster! Ihr habt fast mein Herztod herbei geführt!"
Meneor, grinsend: "Ein totes Ewald w?re nicht lustig."
Ewald, w?hrend Piri ihn auf die Füsse stellt, protestiert: "Warum habt ihr das gemacht?"
Piri, treuherzig: "Wieso bleibst du in deinem alten Geb?ude? Du weisst doch, dass es in Genville kein Eifersucht gibt. Wir kennen dieses Gefühl, das so viele Leute t?tet, nicht."
Ewald, mit geschlossenen Augen, schmerzlich: "Es ist nicht leicht, aus den Trümmern deines Lebens hervor zu kriechen. Wie viele harte Lektionen werde ich wohl noch brauchen auf dem Weg des Kriegers?"
Piri, Ewald auf Lebensinsel ziehend: "Komm Ewald, lass uns jetzt bei einem gemütlichen Feuerchen entspannen. Und vielleicht lernen wir dabei noch ein neues L?sung."
Sekunden sp?ter erfüllt eine rote Sonne in vielleicht hundert Meter Entfernung Ewalds gesamtes Gesichtsfeld. Geschockt starrt er auf eine H?lle aus heissen Gasen ...
... und flüchtet instinktiv mit einem Angst vollen "Aaahhh!!!", ...
... bis er zu seinem uns?glichen Befremden ein lautes Lachen in seinem Rücken vernimmt.
Schicksalsergeben dreht Ewald sich um ...
... und sieht mit grossen Augen, wie Meneor und Piri mit weit ausgebreiteten Armen am Rand von Lebensinsel stehen und der Sonne entgegen lachen.
Zitternd vor Angst stellt sich Ewald zwischen die beiden und sagt verwirrt: "Dieses H?llenfeuer k?nnte uns in Sekunden verdampfen und ihr lacht?"
Piri, fr?hlich: "Es ist, als würdest du in jedem Sekunde vernichtet und wieder geboren. Gibt es ein Augenblick, in dem du intensiver gelebt hast? Und ist dieses Intensit?t nicht wie ein Springbrunnen des Freude?"
Ewald, zweifelnd: "?hm ... Wenn du meinst."
Ewald schliesst die Augen, reisst sich zusammen und denkt: 'Das Weg des Kriegers ...'
Mit ausgebreiteten Armen reisst Ewald die Augen auf und stellt sich dem "H?llenfeuer".
Staunend erlebt Ewald, wie das "H?llenfeuer" ihn durchflutet, alle Bedeutungslosigkeiten verbrennend.
Wie Tr?nen aus seinen Augen kullern, denkt Ewald: 'Ich habe noch nie so intensiv gespürt, dass ich am Leben bin!'
Vor Ewalds geistigem Auge taucht ein Schiff auf, das auf der Oberfl?che der Sonne f?hrt ...
... und spontan bricht es aus ihm heraus: "Kann Lebensinsel wie ein Schiff auf dem Sonne fahren?"
Piri, verblüfft: "Was für ein sch?nes Idee!"
Lebensinsel, sich dem wilden Gasgewaber n?hernd: ""Euer Wunsch sei mein Vergnügen, hihihi.""
Meneor, lachend: "Da haben doch alle was davon."
In einem mythischen Bild "durchpflügt" Lebensinsel das tosende Flammenmeer.
Ewald betrachtet mit grossen Augen die flammende Oberfl?che.
Ewald, den Blick nicht von der Sonne l?send: "Du sagst, dass ich dieses Anblick unscharf speichere, um es sp?ter mit etwas anderem zu verwechseln. Aber wie kann ich etwas unscharf speichern, wenn ich es so scharf sehe?"
Piri: "Was du siehst, ist das Ergebnis von zwanzig Sehdenks pro Sekunde. Wir Chromos 4 produzieren achtzig Sehdenks, deshalb k?nnen wir auch vier mal schneller reagieren."
Ewald: "Und was sagt mir das?"
Piri: "Du speicherst nur einzelne Sehdenks und die sind sehr unscharf. Du kannst deine Augen schliessen und sie so schnell wie m?glich auf und zu machen. Dann ist das, was du siehst, ungef?hr ein Sehdenk."
Ewald versucht es ...
... und sagt: "Ja, jetzt bekomme ich nur ein Art Fleckenmuster. Wenn ich mein Erinnerung so speichere, gibt das schon ein unscharfes Bild."
Piri: "Wir hatten im Labor ein Bild von einem Maler. Das hat mit Flecken gemalt. Es hat Sehdenks gemalt. Es wusste, wie Sehen geht."
Ewald, staunend: "Du meinst van Gogh?"
Piri: "Ja, so hiess es."
Ewald, mit grossen Augen: "Wir h?tten also schon immer wissen k?nnen, wie Sehen geht."
Piri: "Ja, hihihi."
Ewald, sinnierend: "Vielleicht ist Poesie Malen mit Worten."
Piri, entzückt: "Wie kommst du auf dieses wunderbare Gedanke?"
Ewald, l?chelnd: "Ich verwechsle das Mischen der Farben mit dem Mischen von Worten."
Piri schenkt Ewald ein strahlendes L?cheln.
Wie ihm Piri erscheint, als w?re sie selber eine Sonne, denkt Ewald bis ins Innerste berührt: 'Mit diesem L?cheln k?nnte ich sterben und ich h?tte nichts verpasst.'
Szeneanfang:
Es ist Abend. Das Obdachlosenareal ist voll von Iglus, zwischen denen vereinzelt Feuer brennen. Einige Guards betrachten verblüfft die Iglus.
Guard 1, verblüfft: "Woher haben die so schnell so viele Zelte her?"
Guard 2 will mit einem Messer in einen Iglu stechen: "Sind die aufblasbar?"
Guard 1 hindert ihn daran: "He, mach es nicht kaputt! So haben sie wenigstens ein Dach über dem Kopf."
Ili sitzt mit der Schuhverk?uferin in einem Iglu auf dem Bett und fragt: "Haben alle das Anpassung erhalten?"
Schuhverk?uferin, Ili das K?ferding hin haltend: "Ja. Was machst du jetzt damit?"
Ili, den K?fer nehmend: "Ich gebe es den Nutzwesen zurück. Es braucht viel Anstrengung, so etwas zu bauen."
Schuhverk?uferin, neugierig: "'Bauen'? Wie geht das?"
Ili: "Es gibt unendlich viele M?glichkeiten, Gene zu kombinieren. Die Genvilles müssen ein gewaltiges Anzahl davon im Kopf haben, um zu wissen, was wie funktioniert …"
Schuhverk?uferin, staunend: "Wie k?nnen die das?"
Ili: "Sie sind Chromos 4 oder 5. Ihr Gehirn ist sechzehn bis fünfundzwanzig mal so leistungsf?hig wie das eines Natürlichen."
Die Schuhverk?uferin h?rt es mit offenem Mund.
Ili: "Sie müssen stark denken, wenn sie etwas bauen. Ein einziges Fehler kann ein Katastrophe ausl?sen."
Schuhverk?uferin, mulmig: "Was k?nnte denn schief gehen?"
Ili: "Ein schlimmes Fehler ist, wenn du etwas baust, das nicht aufh?rt, sich zu vermehren. Es kann das Erde überwuchern und alles andere Leben ausl?schen …"
Die Schuhverk?uferin stellt sich schaudernd einen Schwarm abscheulicher Viecher vor, die alles andere auffressen.
Ili: "... Ein anderes schlimmes Fehler ist ein gef?hrliches Bedürfnisstruktur. Stell dir ein Wesen vor, das Freude dabei empfindet, alles zu t?ten, was ihm begegnet."
Die Schuhverk?uferin stellt sich schaudernd einen Drachen vor, der mit seinem Feuer Menschen abfackelt.
Schuhverk?uferin, besorgt: "Aber ist, wer solch g?ttliche Sch?pfungsmacht besitzt, nicht ... gef?hrlich?"
Ili, eifrig nickend: "Ja ja, viele haben das Macht benutzt, um gef?hrlich zu sein, aber nicht die Genvilles. Sie wollen mehr Freude und weniger Schmerz im Universum."
Die Schuhverk?uferin schaut Ili mit grossem Blick an und sagt, beeindruckt und ein wenig überfordert zugleich: "Was für ein gigantisches Unterfangen!"
Schuhverk?uferin, unsicher: "Und du vertraust ihnen?"
Ili, fr?hlich: "Ja, sie sind alle so lieb!"
Schuhverk?uferin, etwas schüchtern: "Hast du denn auch einen Liebsten?"
Ili, strahlend: "Ja, Lapsus. Wenn es mich anschaut, hat es Wasser in den Augen vom Glück."
Schuhverk?uferin, wegen der niedlichen Wortwahl l?chelnd: "Und du, hast du auch …?"
Ili kullern vor Glück die Tr?nen aus den Augen: "Ja, wenn ich an Lapsus denke."
Die Schuhverk?uferin betrachtet das strahlende Tr?nen nasse Gesicht von Ili und denkt gerührt: 'Wie süss! …'
Schuhverk?uferin denkt sinnierend vor sich hin: '… Kann Liebe wirklich so frei sein von Schmerz?'
Szeneanfang:
Etwas sp?ter ist es dunkel. Auf dem Weg zum Obdachlosenareal geht ein Nachzügler der Wohnungsdemo durch eine einsame Seitenstrasse.
Wie der Obachlose 1 in eine andere Strasse abbiegen will, kommen ihm drei Knüppel bewehrte M?nner entgegen.
Knüppelmann 1, mit dem Knüppel auf den Obdachlosen 1 zeigend, ruft: "Da, ein Zombie!"
Obdachloser 1 verzichtet aufs Abbiegen und rennt in Panik geradeaus.
Die Knüppelm?nner verfolgen ihn.
Zum Entsetzen des Obdachlosen 1 endet die Strasse in einer Sackgasse.
Wie er sich umdreht, sieht er die drei Knüppelm?nner eine Reihe bilden und grinsend auf sich zukommen.
Der Obdachlose 1 schlottert vor Angst.
Knüppelmann 2, h?hnisch: "Dein Leben endet in einer Sackgasse. Wie passend!"
Seine Kollegen lachen.
Obdachloser 1, wie oben: "Seid ihr verrückt? Das ist Mord!"
Knüppelmann 3, grimmig: "Ein Genmonster erlegen ist heldenhafte Pflicht."
Knüppelmann 3 holt zum Schlag aus, …
… zielt auf den Kopf des Obdachlosen 1, …
… der sich so abwendet, dass der Knüppel den Rücken trifft, …
… worauf sich das lebende Kleid in einem Sekundenbruchteil in einen Schuppenpanzer verwandelt, der den ganzen K?rper einhüllt und auch um den Kopf eine Art Helm mit Sichtscheibe bildet.
Verblüfft registriert der Obdachlose 1, dass er den Schlag nicht gespürt hat, …
… und betrachtet durch das Sichtglas fassungslos, wie auch seine H?nde in reptilienhaften Handschuhen stecken.
Wie gel?hmt starren die Knüppelm?nner auf die Verwandlung, …
… bis Knüppelmann 3 mit dem Ruf: "T?tet das Monster!" den Bann bricht …
… und die Knüppelm?nner wie von Sinnen auf den Obdachlosen 1 einprügeln.
Da das Trommelfeuer der Schl?ge ihm nichts anhaben kann, keimt Hoffnung auf im Obdachlosen 1 …
… und die Angst verwandelt sich in Wut.
Mit einer raschen Drehbewegung entreisst Obdachloser 1 dem Knüppelmann 1 den Knüppel …
… und schl?gt ihn ihm, indem er die Drehbewegung vollendet, so stark auf den Kopf, …
… das Knüppelmann 1 mit gebrochenem Sch?del zu Boden sinkt.
Das Gesicht des Obdachlosen 1 zeigt nun sch?umende Berserkerwut …
… und, die auf ihn einprasselnden Schl?ge ignorierend, trifft der die Schl?fe von Knüppelmann 2, …
… der taumelnd zurückweicht, …
… zerschmettert mit einem weiteren Schlag das Knie von Knüppelmann 3, …
… der mit einem Schmerzensschrei einknickt, …
… zertrümmert mit einem Wutschrei den Sch?del von Knüppelmann 2 …
… und hackt …
… und hackt im besinnungslosen Blutrausch auf den schreienden Knüppelmann 3, …
… der schliesslich, genauso tot wie die anderen, in einer grossen Blutlache am Boden liegt.
Mit stierem Blick schaut Obdachloser 1 auf das Blutbad.
Wie das lebende Kleid sich zurückverwandelt, begreift er langsam, was er angerichtet hat, …
… f?llt, sein Gesicht mit den H?nden bedeckend, auf die Knie und ruft verzweifelt: "Was habe ich getan?!"
Etwas sp?ter gesellt sich der gebrochene Obdachlose 1 ans Feuer, um das die Schuhverk?uferin, Ili und drei weitere Obdachlose sitzen, und sagt erschüttert: "Ich habe eben drei M?nner umgebracht. Was soll ich bloss tun?"
Ili h?rt es neugierig. Die andern sind sprachlos.
Obdachloser 1, verzweifelt: "Muss ich mich jetzt den Guards stellen?"
Ili, neugierig: "Was heisst 'Guards stellen'?"
Schuhverk?uferin, beklommen, weil sie einerseits Solidarit?t mit dem Mann empfindet, anderseits ihre gewaltfreie Strategie bedroht ist: "Wenn er sich den Guards stellt, werden sie ihn verhaften und ins Gef?ngnis stecken."
Ili, wie oben: "Auch wenn es gut war, diese M?nner zu t?ten?"
Alle schauen Ili verblüfft an.
Obdachloser 2, sich am Kopf kratzend, mit schmerzlichem L?cheln: "Na ja, t?ten ist in der Regel nicht gut."
Ili, mit kindlicher Selbstverst?ndlichkeit: "Wenn ein Wesen dich t?ten will, musst du es t?ten, sonst t?tet es dich."
Obdachloser 1, mit den Nerven fertig: "Sie haben mich in eine Sackgasse gedr?ngt und wollten mich tot schlagen. Das lebende Kleid hat sich in einen Panzer verwandelt und mich beschützt. So konnte ich einem den Knüppel weg nehmen und zurück schlagen …"
Obdachloser 1, weinend: "… Ich hatte pl?tzlich einen solchen Wutanfall, dass ich in einen Blutrausch geriet und erst aufh?rte, als alle in ihrem Blut lagen."
Ili, erfreut: "Oh, dann hat das Anpassung funktioniert und dein Leben gerettet."
Obdachloser 1, wie oben: "Ich fühle mich so schuldig. Sollen sie mich für den Rest meines Lebens wegsperren."
Ili, treuherzig: "Natürliche haben viel Wut und t?ten gern. Dafür brauchst du kein Schuldig-Schmerz zu haben. Wenn dein Bedürfnisstruktur viel Wut macht, kannst du nichts dagegen tun. Es geschieht einfach. Das ist Physik."
Schuhverk?uferin, mit einem Kloss im Hals: "Was Ili meint, ist, dass wir von Natur aus Monster sind."
Nachdenklich schaut die Runde ins Feuer.
Obdachloser 3: "Und was nützt uns diese Erkenntnis? Was soll unser Freund jetzt machen?"
Ili, zum Obdachlosen 1 gehend, nüchtern: "Ich werde dein Schuldig-Schmerz weg machen. Dann werfen wir die toten K?rper in das S?uregraben. Dann gibt es kein Guard-stellen und kein Gef?ngnis. Und alles ist gut."
Verblüffung im Publikum.
Ili hat die Brust des Obdachlosen 1 zwischen ihre H?nde genommen und beginnt mit geschlossenen Augen ihre Vibrationstherapie.
Obdachloser 2, flüsternd: "Was macht sie jetzt?"
Schuhverk?uferin, flüsternd: "Sie beeinflusst mit Vibrationen seine Nerven, damit er sich entspannen kann."
Vor den staunenden Augen des Publikums wandelt sich das von Verzweiflung gezeichnete Gesicht des Obdachlosen 1 zuerst in Verblüffung, …
… zu Gel?stheit, …
… um schliesslich den sich ausbreitenden inneren Frieden widerzuspiegeln.
Das Publikum ist beeindruckt.
Obdachloser 2, beeindruckt: "Wow, kann ich auch eine solche Therapie haben?"
Obdachloser 2, sich seines traurigen Lebens bewusst werdend: "Ich weiss nicht, wann ich zum letzten Mal so selig gel?chelt habe … vermutlich noch nie …"
Obdachloser 4, schmerzlich l?chelnd: "Da bist du nicht der Einzige."
Schuhverk?uferin: "Sollten wir nicht tun, was Ili gesagt hat? Sonst entdeckt noch jemand die Leichen."
Die vier Obdachlosen, Ili und die Schuhverk?uferin gehen durch düstere Strassen, …
… bis sie die toten Knüppelm?nner erreichen.
W?hrend die andern, ausser Ili, geschockt vor den Leichen stehen, sagt Obdachloser 1, ruhig: "Ich bin einfach ausgerastet. Auch wenn ich mich noch gut fühle dank Ilis H?nden … Ich fürchte mich vor mir selbst …"
Ili, nüchtern: "Viel Angst und viel Hass bringt viel Schmerz. Ambellmi kann das flicken."
Weil sie nicht verstehen, wovon Ili spricht, schauen die andern etwas verwirrt auf Ili.
Ili, zur Schuhverk?uferin: "Willst du voran gehen und schauen, ob jemand kommt?"
Schuhverk?uferin: "Aber ich muss dir doch tragen helfen."
In einer schwunghaften Bewegung geht Ili in die Knie, …
… packt eine Leiche, …
… wirft sie sich über die Schulter …
… und steht mühelos auf.
Ili schaut die Schuhverk?uferin wartend an. Die M?nner schauen Ili verblüfft an.
Schuhverk?uferin, l?chelnd: "Ich vergass, wie stark du bist."
Die Schuhverk?uferin geht voran.
Je zwei M?nner nehmen eine Leiche auf.
Mit dem "Leichenzug" im Rücken, sp?ht die Schuhverk?uferin um eine Hausecke, ob die Luft rein ist, …
… und winkt den andern, ihr zu folgen.
Wie sie am Rand des S?uregrabens stehen, wirft Ili die Leiche in hohem Bogen, …
… sodass die Leiche in der Mitte des Grabens zischend in der S?ure versinkt.
Die M?nner schwingen ihre Leichen an H?nden und Füssen …
… und werfen sie ebenfalls hinein, …
… sodass sie, eher am Rand, zischend versinken.
Obdachloser 4, zu Obdachlosem 1, schlotternd: "Deine Geschichte zu h?ren ist ja schon schlimm genug, … aber sie dann noch ausbaden … Ich schlottere am ganzen K?rper."
Obdachloser 1, betroffen: "Es tut mir so Leid, dass ich euch das antue, … aber ich bin euch unendlich dankbar für eure Hilfe."
Schuhverk?uferin, zu Ili, die ruhig dasteht, neugierig: "Ili, du scheinst so ruhig. Macht dir das nichts aus, was wir eben mit drei bluttriefenden Leichen getan haben?"
Ili, fast treuherzig: "Wenn ich ein totes K?rper anfasse, ist es für mich wie ein Stein. Ein Stein tut nicht weh."
Schuhverk?uferin, wie zu einem Kind: "Ich meine nicht das, Ili. Wir haben eben dabei geholfen, drei Menschenleben auszul?schen. Das macht uns allen schwer zu schaffen … Nur dir nicht."
Ili, mit Blick in die Ferne, sich erinnernd, intensiv: "Ich habe schon viele Leben gel?scht. Es macht mich traurig. Aber wenn ich viele Schmerzen nur vermeiden kann, wenn ich Leben l?sche, muss ich das Trauer ertragen."
Mit einer Mischung aus Furcht und Respekt h?ren die andern diesem seltsamen Wesen zu.
Ili, in die Runde, l?chelnd: "Gehen wir zurück? Dann werde ich allen angenehme Gefühle machen."
Szeneanfang:
Am n?chsten Morgen.
Die Schuhverk?uferin eilt auf Ili zu und ruft: "Ili, die Leute, die für Arbeit in Ritschs Haus demonstriert haben, sind alle wegen Hausfriedensbruchs zu hohen Geldstrafen verurteilt worden …"
Schuhverk?uferin, bei Ili, etwas ausser Atem: "… und weil sie die Busse nicht bezahlen k?nnen, müssen sie für zwei Monate ins Gef?ngnis. Damit hat Ritsch erreicht, dass etwa ein Drittel der Genossenschaft im Gef?ngnis sitzt."
Ili, nüchtern: "Dann sind ja immer noch zwei Drittel übrig, um weiter zu machen."
Die Schuhverk?uferin nickt bekümmert …
… und meint etwas hilflos: "Wenn ich nur wüsste, was Ritsch als N?chstes im Schilde führt."
Ili, im Davonrennen: "Ich gehe h?ren."
Die Schuhverk?uferin schaut Ili verblüfft nach …
… und denkt mit feinem L?cheln: 'Ili, du verrücktes Huhn … verrückte Schlange … verrücktes Cham?leon … Was bist du, Ili? … Ohne dich w?re ich schon tief im Müll am Verfaulen … Ohne dich h?tte ich mich vielleicht schon umgebracht … und trotzdem f?llt es mir schwer, mir vorzustellen, wie es in dir aussieht … Ein Wesen aus Mensch und Tier … Mich schaudert beim Gedanken, dass du 'schon viele Leben gel?scht' hast … dass du bereit w?rst, Ritsch zu t?ten … dass ich es nur zu wünschen br?uchte … und dass das alles wahr ist … keine Spinnerei … dass alles so ungeheuer wahr ist, dass es mir fast die Luft abstellt … Soviel Macht … Soviel Verantwortung … Vielleicht endet alles in einer Katastrophe … Ich weiss nicht, was du bist, Ili, aber ich werde den Weg mit dir gehen … egal, wohin er führt, … denn du hast mir die sch?nste Zeit meines Lebens geschenkt …'
Ritsch sitzt auf dem Vordersitz einer selbstfahrenden Kabine. Neben ihm ein junger Mann. Ili hockt unsichtbar auf dem Rücksitz.
Ritsch: "Sie wurden mir als Hacker empfohlen. Kann ich darauf vertrauen, dass Sie den Mund halten k?nnen?"
Mann: "Selbstverst?ndlich, Herr Ritsch. Ehrensache!"
Ritsch: "Sie sollen dem Chief der Security Guard kinderpornografische Bilder auf seinen privaten Computer hoch laden. Schaffen Sie das?"
Mann, kühl: "Kein Problem. Ich kann sogar Kaufbelege hinterlegen, dann wirkt es noch überzeugender. Wollen Sie ihn ausschalten?"
Ritsch, dem Mann einen Umschlag mit Geld überreichend: "Was ich will, geht Sie nichts an. Hier sind 10'000. Wenn der Chief im Gef?ngnis sitzt, gibt’s noch mal soviel."
Wie der junge Mann im Aussteigen begriffen ist, sagt Ritsch: "Diese Unterhaltung hat nie stattgefunden."
Mann: "Selbstverst?ndlich."
Ili ist wieder bei der Schuhverk?uferin und sagt etwas verwirrt, weil sie nicht versteht, was Ritschs Plan ist: "Ritsch will, dass ein Mann Kinderbilder auf das Computer des Chiefs speichert. Dadurch soll das Chief ins Gef?ngnis kommen. Aber ich verstehe nicht, warum Kinderbilder so sch?dlich sind."
Der Schuhverk?uferin d?mmert's: "Hat er nicht gesagt kinderpornografische Bilder?"
Ili: "Ja, genau."
Schuhverk?uferin, beklommen: "Das sind Bilder von Kindern bei sexuellen Handlungen mit Erwachsenen. Es ist streng verboten, solche Bilder herzustellen oder zu kaufen."
Ili, naiv: "Haben denn Kinder kein Sex? Ich weiss nichts von Kindern, nur dass sie klein sind."
Schuhverk?uferin staunt: "Warst du nie ein Kind?"
Ili, fr?hlich: "Wir kommen schon gross aus dem Tank. Da brauchen wir nicht klein anfangen."
Schuhverk?uferin: "Ach deshalb bist du oft so erfrischend naiv. Du bist einfach ein grosses Kind."
Schuhverk?uferin, pl?tzlich im Stress: "H?r zu! Ich muss sofort den Chief warnen, sonst landet er im Gef?ngnis und dann kommt ein Nachfolger, der sich von Ritsch bestechen l?sst. Die Guards werden uns nicht mehr beschützen und die Schl?gerbanden k?nnen uns ungehindert verprügeln."
Ili schaut der davon eilenden Schuhverk?uferin nach und denkt befremdet: 'Wie seltsam, dass eines sagen kann, was tausend machen müssen … Warum dürfen die nicht tun, was sie wollen?'
Die Schuhverk?uferin rennt auf das Hauptquartier der Security Guard zu, …
… eilt durch den Eingang auf den Empfang zu, …
… wo eine Sekret?rin in Guard-Uniform erstaunt aufblickt, w?hrend die Schuhverk?uferin ausser Atem hervor st?sst: "Ich muss sofort den Chief sprechen!"
Mit deutlich sichtbarer Geringsch?tzung mustert die Sekret?rin die Schuhverk?uferin und sagt: "Der Chief ist in einer Besprechung. Haben Sie einen Termin?"
Schuhverk?uferin, wie oben: "Nein, es ist ein Notfall."
Sekret?rin, auf einen anderen Empfangstresen weisend, unfreundlich: "Für Notf?lle melden Sie sich dort."
Schuhverk?uferin, etwas weniger ausser Atem, aber gestresst, weil sie den Chief nicht erreichen kann: "Ich muss den Chief pers?nlich sprechen."
Sekret?rin, auf einen Wartebereich weisend, kühl: "Dann warten Sie dort, bis er Sie empfangen kann."
Nerv?s ihre Finger knetend, sitzt die Schuhverk?uferin im Wartebereich und blickt bang auf eine Uhr an der Wand, die so um neun Uhr anzeigt.
Wie die Uhr gegen zw?lf vorrückt, sitzt die Schuhverk?uferin immer noch so da.
Ein Blitzlichtgewitter zieht ihre Aufmerksamkeit auf sich.
Der Chief wird in Handschellen von zwei Guards durch die Eingangshalle abgeführt. Ein Tross von Reportern und einem Fernsehteam begleitet das Trio.
Alarmiert schnellt die Schuhverk?uferin hoch.
Die Augen des erschütterten Chiefs und der Schuhverk?uferin treffen sich.
Die Schuhverk?uferin steht da wie gel?hmt. Ihr Herz schl?gt fast schmerzhaft stark und schnell.
Sekunden sp?ter ist die Eingangshalle leer und die Schuhverk?uferin senkt mutlos den Kopf. Alles, was sie aufgerichtet hat, scheint weg gebrochen.
Szeneanfang:
Auf einem Stadtbildschirm ist zu sehen, wie der Chief abgeführt wird, w?hrend eine Kommentarstimme sagt: "Der Chief der Security Guard wurde eben wegen Besitzes von Kinderpornografie verhaftet …"
Zwei Guards schauen auf den Bildschirm. Im Hintergrund sind Mitglieder der Genossenschaft mit ihren "Wir wollen Wohnen!'-Schildern zu sehen.
Guard 1: "Wenn wir Glück haben, müssen wir unter dem neuen Chief diesen Abschaum nicht mehr beschützen."
Guard 2: "Nana, das sind auch Menschen."
Guard 1: "Aber sie sind nichts wert."
Guard 2: "Warum?"
Guard 1: "Weil sie nur rum stehen und nichts Nützliches tun."
Guard 2: "Und wie sollen sie etwas Nützliches tun, wenn sie keine Arbeit haben?"
Guard 1: "Es gibt immer etwas zu tun. Du musst nur wollen."
Guard 2: "Im übrigen finde ich es durchaus nützlich, wenn sie mit ihrer Demo diesen Immobilien-Heini Ritsch dazu bringen wollen, die Mieten zu senken. Ich muss n?mlich schon die H?lfte meines Gehalts für die Wohnungsmiete an diesen Kerl bezahlen. Wenn es so weiter geht, kann ich mir bald keine Wohnung mehr leisten und bin genauso obdachlos wie dieser 'Abschaum'."
Guard 1, grimmig: "Verdammt ja, aber ich bringe mich lieber um, als dass ich obdachlos werde."
Guard 2 schaut Guard 1 erschrocken an.
Szeneanfang:
Gebrochen n?hert sich die Schuhverk?uferin dem Obdachlosenareal, wo Ili sie erwartet.
Schuhverk?uferin, unter Tr?nen: "Ich bin zu sp?t gekommen. Sie haben ihn ins Gef?ngnis gesteckt. Ich habe versagt."
Ili: "Was ist 'versagt'?"
Schuhverk?uferin, wie oben: "Wenn du eine Aufgabe, die du erledigen musst, nicht erledigen kannst, dann hast du versagt."
Ili, Stirn runzelnd: "Aber wenn du etwas nicht tun kannst, ist das Physik und nicht 'versagt'. Ich bin auch nur ein Kraft, das Genville beschützt. Aber wenn es mir nicht gelingt, Genville vor den Natürlichen zu beschützen, ist dieses Kraft einfach zu schwach, aber nicht 'versagt'."
Schuhverk?uferin, unter Tr?nen, mit verzweifeltem Protest: "Aber ich m?chte nicht schwach sein, verdammt! Statt bl?d rum zu sitzen, h?tte ich die Besprechung stürmen und den Chief am Kragen packen sollen mit den Worten: Kommen Sie mit, es gibt eine Verschw?rung gegen Sie!"
Ili, nachdenklich: "Vielleicht h?tte das den Guards nicht gefallen und sie h?tten dich ins Gef?ngnis getan, bevor du das Chief erreicht h?ttest. Dann w?rst du jetzt nicht mehr frei, etwas zu tun."
Schuhverk?uferin, klagend: "Ein gutes Drittel der Genossenschaft sitzt im Gef?ngnis. Jetzt auch noch der Chief. Muss alles, was ich tue, in einer Katastrophe enden?"
Ili, nüchtern: "Die Natürlichen m?chten glücklich sein, aber ihr Bedürfnisstruktur hindert sie daran. Sogar Ritsch, das alles Macht hat, glücklich zu sein, hat geschrien vom Schmerz, als es eure Schilder gesehen hat. Dabei k?nnte es doch mit seinem Macht allen etwas Gutes tun und glücklich im L?cheln baden."
Schuhverk?uferin, traurig vor sich hin: "Du hast ja so recht. Was mich am meisten qu?lt: Unsere Blicke haben sich getroffen, als sie ihn in Handschellen abgeführt haben. Und ich war nicht mal f?hig, ihm zuzurufen, dass ich an seine Unschuld glaube. Das h?tte ihm doch bestimmt gut getan …"
Schuhverk?uferin, gequ?lt: "… Ich fühle mich so erb?rmlich!"
Ili nimmt die Schuhverk?uferin in die Arme und flüstert ihr zu: "Für Natürliche gibt es kein Trost im Geist. Aber ich werde dein Schmerz l?sen."
Die Schuhverk?uferin l?sst es mit geschlossenen Augen geschehen, w?hrend Tr?nen über ihr Gesicht fliessen.
Szeneanfang:
Zur selben Zeit stehen Myrta, Iris und Meneor auf der Bühne mit dem grossen Bildschirmwesen und den vor der Bühne liegenden halb runden Sitzreihen.
Myrta ruft: "Vooortraaag!!!"
Nach kurzer Zeit haben sich die vier Schwestern, Aladan, Estragon, Chromos 5 und Antara als Publikum eingefunden, das erwartungsvoll zur Bühne schaut.
Myrta: "Es gibt zwei wichtige Punkte, die wir heute besprechen müssen …"
Myrta: "Meneor hat uns offenbart, dass das Pilzwesen endlos weiter w?chst …"
Grosse Verblüffung im Publikum, da alle sofort begreifen, was das bedeutet.
Aladan, betroffen: "Das ist das Ende!"
Hisch faucht Meneor an: "Warum sagst du das erst jetzt, du Geheimniskr?mer? Vielleicht es es schon zu sp?t für Gegenmassnahmen."
Iris, voller Zorn: "Meneor hat eben ein Menschenarmee von mehreren Tausend vernichtet, die im Begriff war, Genville auszul?schen, und hat damit euch Paradiesv?geln das Arsch gerettet. Zum Dank kriegt es dann Vorwürfe, weil es euch nicht auf jedes Scheiss aufmerksam macht, das ihr Genfuzzis angerichtet habt."
Kurze Verblüffung im Publikum, …
… gefolgt von allgemeiner Heiterkeit und Gel?chter, was wiederum Iris verblüfft.
Estragon, l?chelnd: "Wie recht du hast, Iris. Und doch hast du es falsch verstanden. Wenn Hisch sich aufregt, ist das wie ein Naturgewalt, wie das Ausbruch eines Vulkans. Meneor hat uns gelehrt zu k?mpfen und zu überleben. Wir lehren Meneor, was wir wissen müssen, um zu überleben. Das ist geistiges Weiterentwicklung."
Myrta, zu Iris, entzückt: "Ich finde es süss, wie du Meneor verteidigst …"
Iris denkt staunend: 'Süss?'
Myrta, mit Blick aufs Publikum: "… und irgendwie herzig, wie sie reagiert haben."
Iris, err?tend: "Pah."
Antara, mit entrücktem Blick in die Ferne: "Bei allem Heiterkeit übersehen wir nicht ein furchtbares Trag?die: Tausende Menschen mussten sterben, weil sie uns t?ten wollten …"
Myrta, sich betroffen daran erinnernd: "… Und das auf grausamstes Weise durch die Giftf?den der Schleier des Nacht, die die Menschen gel?hmt und dann die Organe ihrer noch lebendigen Leiber verflüssigt haben."
Grosse Betroffenheit und Schweigen im Publikum.
Chromos 5, nachdenklich: "Dann ist das zweite Punkt das Armee der Schleier des Nacht."
Myrta: "Ja, Meneor meint, ihr k?nntet dieses Armee vernichten. Und beim Pilzwesen müsstet ihr die Gene so ver?ndern, dass es sein Wachstum steuern kann."
Chromos 5: "Ist das Pilzwesen damit einverstanden?"
Myrta: "Ja, ich habe ihm die Konsequenzen eines ungehinderten Wachstums vermittelt und es war einverstanden mit einem Korrektur."
Myrta: "Wenn ich das richtig sehe, kann das Pilzwesen warten. Die Schleier hingegen k?nnen uns jederzeit überfallen."
Lara: "Und wie bek?mpfen wir sie am besten?"
Wagon, kichernd: "Ganz einfach: Wir schicken Flu."
Hisch, unlustig: "Haha, und wenn ihm die Fürze ausgehen, ist es tot."
Stimme aus dem Off: "Das liegt doch auf dem Hund …"
Alle schauen aufmerksam Iris an.
Iris: "… Flu-Granaten. Wenn ihr Flus Kampfgas in ein Wurfgeschoss packt, welches beim Aufprall explodiert, k?nnen wir in einem Reihe gegen die Schleier vorgehen, bis das ganze Million tot ist."
Meneor: "Das geht nicht. Wenn du auf ein totes Schleier triffst, kann das Gift dich immer noch l?hmen."
Iris: "Dann halt Tretminen. Wir locken sie in ein U aus Tretminen, das wir zu machen, wenn alle drin sind. Sobald sie mit ihren F?den die Mine berühren, entweicht das Gas und sie sterben."
Das Publikum staunt.
Aladan, anerkennend, neckisch: "Iris, das Feldherr. Grossartig!"
Chromos 5, nachdenklich nickend: "Wenn ein Mine hundert Schleier t?tet, brauchen wir zehntausend Minen."
Erschlagenheit und Ge?chze im Publikum.
Iris, lachend: "Dann macht doch einfach Minen, die tausend t?ten. Davon braucht's nur tausend Stück."
Aladan, gequ?lt: "Die werden aber schwer."
Myrta, l?chelnd: "Wozu haben wir denn drei kr?ftige Kerle?"
Das Publikum schaut sich fragend gegenseitig an, weil es nicht weiss, welche drei gemeint sein k?nnten, und sagt im Chor: "Drei?"
Myrta, lachend: "Na, die Grossdois. Die brauchen auch keine Gasmasken, wenn etwa ein Mine vorzeitig aufbrechen sollte."
Aladan, theatralisch, auf Knien, mit gefalteten H?nden zum Himmel: "Myrta sei Dank!"
Allgemeines Gel?chter und Heiterkeit.
Chromos 5, nachdenklich: "Das Pilzwesen anpassen wird aber viel schwieriger. Ein einziges Fehler und wir beschleunigen das Katastrophe. Wer von uns kann das schaffen?"
Stimme aus dem Off: "Keines …"
Verblüffung im Publikum.
Myrta: "… Ich habe beobachtet, wie ihr arbeitet: Jedes von euch denkt sich ein Projekt aus, das es dann zusammen mit den Nutzwesen realisiert. Weil es dabei meistens um kleine Dinge geht, richtet ein kleines Fehler nicht so viel Schaden an und kann leicht korrigiert werden …"
Das Publikum h?rt aufmerksam zu.
Myrta: "… Wenn ihr aber m?glichst sicher sein wollt, dass kein Fehler geschieht, muss jedes Arbeitsschritt von allen anderen begutachtet und n?tigenfalls korrigiert werden."
Wagon: "Gutes Idee."
Das Publikum nickt sich zustimmend zu.
Aladan, sich g?hnend reckend: "Dann fangt schon mal an, ihr gelehrigen Kinder. Ich freue mich darauf, euer Werk zu begutachten."
Hisch düst wie eine Rakete auf Aladan zu, bef?rdert ihn mit einem kr?ftigen Tritt Meter weit durch die Luft und ruft: "Nichts da, du faules Hirsch! Du f?ngst an!"
Verfolgt von Hisch, rennt Aladan davon und ruft: "Hilfe, das Vulkan ist ausgebrochen!"
Gel?chter und Heiterkeit im Publikum.
Lara, lachend: "In drei Minuten paaren sie sich."
Piri, Wagon küssend:"Gutes Idee."
Chromos 5 und Antara, Piri und Wagon, Lara und Estragon sinken küssend hin.
Iris, auf Knien, die H?nde vors Gesicht geschlagen: "Ogottogottogott!"
Meneor grinst.
Myrta schickt ein Silber helles Lachen zum Himmel.
Szeneanfang:
Es ist Abend. Auf dem Obdachlosenareal spricht die Schuhverk?uferin zu den Mitgliedern der Genossenschaft, von denen etliche mit Knüppeln bewaffnet sind: "Ich weiss aus zuverl?ssiger Quelle, dass Ritsch dem abgesetzten Chief kinderpornografisches Material auf den Computer geschmuggelt hat, um ihn los zu werden und durch einen zu ersetzen, der auf seiner Gehaltsliste steht …"
Zwischenrufe aus dem Publikum: "Schweinerei!", "Ich hasse P?dophile!"
Schuhverk?uferin: "… Ritschs Plan ist aufgegangen. Die Guards sind heute weg geblieben. Wir stehen da ohne Schutz …"
Zwischenrufe, mit hoch gereckten Knüppeln: "Die sollen nur kommen!", "Wir machen Hackfleisch aus ihnen!"
Schuhverk?uferin, eindringlich: "… Ihr müsst mir jetzt gut zuh?ren. Lasst euch nicht von eurer Wut leiten. Wenn wir anfangen, Leute tot zu schlagen, werden wir bald alle im Gef?ngnis landen. Die warten doch nur darauf, dass wir kriminell werden …"
Zwischenruf: "Sollen wir uns verprügeln lassen?!"
Schuhverk?uferin, l?chelnd: "… Ja, lasst euch verprügeln."
Zwischenruf: "Bist du jetzt total gaga?!"
Schuhverk?uferin, den Zwischenrufer zu sich aufs Podest winkend: "Komm, schlag mich!"
Zwischenrufer, neben der Schuhverk?uferin stehend, unschlüssig: "Ich schlage doch keine Frau."
Schuhverk?uferin, verführerisch mit dem Po wackelnd: "Stell dir vor, ich w?re eine Masochistin und m?chte von dir ein bisschen Prügel."
überfordert von der Situation, steht der Zwischenrufer da.
Gel?chter im Publikum und Zwischenrufe: "Sei kein Frosch!", "Gib's ihr!"
Z?gerlich holt der Zwischenrufer zum Schlag aus ...
... und l?sst den Knüppel schw?chlich auf die Schuhverk?uferin zu rasen, ...
... die den Schlag mit dem Unterarm auff?ngt, ...
... worauf sich das lebende Kleid in Sekundenschnelle in eine Rüstung verwandelt.
überraschung im Publikum.
Wie er sieht, was er "angerichtet" hat, starrt der Zwischenrufer verwirrt auf die gepanzerte Schuhverk?uferin.
Der Zwischenrufer fasst sich ein Herz und holt erneut zum Schlag aus, ...
... der mit einem trockenen "Toc" von der Panzerung zurück federt.
Vor den staunenden Augen des Publikums l?sst der Zwischenrufer eine Serie von immer kr?ftiger geführten Schl?gen auf die Schuhverk?uferin einprasseln, die es v?llig unbeeindruckt geschehen l?sst.
Wie der Zwischenrufer schwitzend und ausser Atem mit h?ngendem Knüppel neben der Schuhverk?uferin steht, verwandelt sich die Rüstung zurück ins Kleid.
Schuhverk?uferin: "Wie ihr seht, beschützt uns das lebende Kleid. Ich bitte euch inst?ndig, bei einer Konfrontation mit Schl?gern die Nerven zu behalten ..."
Schuhverk?uferin, l?chelnd: "... Wehrt euch, indem ihr ihnen ein paar blaue Flecken verpasst, aber lasst euch nicht dazu hin reissen, sie schwer zu verletzen oder zu t?ten ..."
Das Publikum h?rt staunend zu.
Schuhverk?uferin, mit einer auffordernden Armbewegung: "... Und jetzt übt! Prügelt auf einander ein! Lernt, mit eurer Rüstung zu k?mpfen und zu überleben!"
Das Publikum ist zuerst verblüfft, ...
... l?sst sich aber dann nicht zwei mal bitten und beginnt begeistert und zum Teil lachend auf einander einzuprügeln.
Ili, die neben der Schuhverk?uferin aufgetaucht ist, muss angesichts des Spektakels lachen.
Auch die Schuhverk?uferin muss l?cheln, ...
... sagt aber dann bedrückt: "Weisst du, Ili, ich habe kein gutes Gefühl ..."
Ili schaut die Schuhverk?uferin aufmerksam an, um zu verstehen, was sie meint.
Szeneanfang:
Am n?chsten Morgen verlassen die Obdachlosen schlaftrunken ihre Iglus.
Am Rand des Obdachlosenareals h?lt ein Guard der Schuhverk?uferin ein Schriftstück unter die Nase mit den harschen Worten: "Sie haben keine Baubewilligung für diese ... 'H?user'. Hiermit wird verfügt, dass diese illegalen Bauten sofort abgerissen werden."
Ili steht daneben und versteht nicht, was das soll.
Schuhverk?uferin, verdattert: "Aber k?nnen wir nicht eine nachtr?gliche Baubewilligung ..."
Guard, wie oben: "Nein!"
Der Guard macht eine Winkbewegung, ...
... worauf ein Bulldozer, gefolgt von einem Lastwagen erscheint.
Vor den fassungslosen Obdachlosen l?dt der Bulldozer das erste Iglu auf seine Schaufel ...
... und kippt es auf die Ladefl?che des Lastwagens.
Obdachloser, fassungslos zum Guard: "He, was tut ihr da? Das ist mein Schlafzimmer."
Guard, streng: "Wenn Sie Widerstand leisten, werde ich Verst?rkung rufen und Sie werden alle verhaftet."
W?hrend ein Iglu nach dem andern auf dem Lastwagen landet, schauen die Obdachlosen hilflos, verwirrt oder verzweifelt zu.
Ili, zur Schuhverk?uferin: "Was geschieht hier?"
Schuhverk?uferin, bedrückt: "Du darfst in Natural City nichts bauen ohne Bewilligung von der Baubeh?rde. Und die haben wir nicht. Deshalb dürfen sie alles weg r?umen."
Ili: "Das verstehe ich nicht. In Genville darf jedes bauen, was es will."
Schuhverk?uferin, staunend: "Und es gibt keine Regeln?"
Ili, sich die Hand auf die Brust legend: "Die Regeln sind hier ..."
Ili, mit der Hand an der Stirn: "... und hier."
Die Schuhverk?uferin versucht zu verstehen: "Du meinst, ihr baut mit dem Herzen und dem Verstand? Das Herz sorgt dafür, dass es sich sch?n und harmonisch ins Gesamte einfügt. Der Verstand sorgt dafür, dass es nützlich ist."
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Ili, eifrig nickend: "Ja genau."
Schuhverk?uferin, traurig l?chelnd: "Siehst du in Natural City irgend etwas, das sch?n und harmonisch ist?"
Ili, mit Blick auf eine Strasse mit sch?bigen Bauten: "?hm ... nein."
Ili, verwirrt: "Aber wozu dann Regeln, wenn sowieso alles h?sslich ist?"
Schuhverk?uferin: "Die Regeln schützen vor allem das Eigentum. Wer Geld hat, kann damit Boden kaufen und etwas darauf bauen, das ihm noch mehr Geld einbringt ..."
Schuhverk?uferin, auf das Obdachlosenareal weisend: "... Dieser Boden hier geh?rt uns nicht, weshalb wir darauf nichts bauen dürfen. Ritsch geh?rt viel Boden, weshalb er viele h?ssliche Dinge bauen kann."
Ili, sinnierend: "Wenn viel Geld viele h?ssliche Dinge macht, dann ist Geld wie Krebs?"
Schuhverk?uferin, etwas verblüfft: "Ich habe immer gedacht, viel Geld zu haben, sei etwas Tolles. Aber so gesehen ..."
Ili, Stirn runzelnd: "Warum kann Ritsch Boden geh?ren? Boden ist doch einfach da."
Schuhverk?uferin, die sich die Frage noch nie gestellt hat: "Ja, das ist seltsam ... Vielleicht ist es, weil ... Wenn ich ein Stück Boden besitze, kann ich einen Zaun darum errichten, der alle fern h?lt, die ich nicht in meiner N?he haben m?chte. "
Ili, staunend: "Warum willst du andere fern halten? Es ist doch sch?n, wenn alle zu dir kommen, um mit dir zu sprechen, zu lachen, dich zu liebkosen und sich mit dir zu paaren?"
Schuhverk?uferin, trocken lachend: "Ili, Ili, Ili, du lebst in einer ganz anderen Welt!"
Ein mit Iglus gefüllter Lastwagen verl?sst das Obdachlosenareal …
… und kippt an einer anderen Stelle, wo er Zugang hat, die Iglus in den inneren S?uregraben.
Szeneanfang:
Am n?chsten Morgen sind die vier Schwestern, Chromos 5, Antara, Estragon, Aladan, Caesar, Meneor, Iris und Myrta bei den Nutzwesen versammelt.
Hisch, grinsend: "Auf Aladans dringendes Wunsch lassen wir ihm das Vortritt bei dem Erschaffen eines neuen Genoms für das Pilzwesen."
Aladan, missmutig: "Pah."
Allgemeines Gel?chter.
Aladan, vor Bioskop stehend, unschlüssig: "Das Problem ist nicht, ein Genom zu entwickeln, das sein Wachstum steuern kann. Das Problem ist, dass das Pilzwesen aus unendlich vielen Zellen besteht. Wir k?nnen knapp das Genom eines Natürlichen so abwandeln, dass es Chromos 1 wird. Aber wir schaffen es nicht einmal bei einem Menschen, alle Zellkerne auszutauschen, um es auf Chromos 2 oder h?her zu entwickeln. Wie sollen wir dann alle Zellkerne eines Wesens auswechseln, das so gross ist wie ein Kontinent?"
Nachdenkliches Schweigen im Publikum.
Caesar: "Dann muss es eben sterben."
Verblüffung im Publikum.
Meneor: "Ein Freund ist nicht da zum Sterben."
Antara, entzückt: "Hach, was für ein Felsen-Satz!"
Die Schwestern kichern.
Caesar, zu Meneor: "Die meisten deiner Kampfgef?hrten sind trotz deines Felsen-Satzes tot."
Meneor: "Sie sind im Kampf gegen die Chromos 2-Krieger gestorben. Nicht, weil ich sie get?tet habe."
Wagon: "Caesar, du hinterlistiges Kerl, was bezweckst du mit deinem absurden Vorschlag?"
Caesar, grinsend: "Ich wollte nur testen, ob ihr bereit seid, ein Freund zu opfern, wenn es von Vorteil erscheint …"
Caesar, auf Meneor zeigend: "… Vor allem auf das Reaktion unseres Superhelden war ich gespannt. Meneor grinst immer so dümmlich und ist so unerschütterlich ruhig, dass ich das Verdacht nicht los werde, es habe ein finales Plan für uns alle."
Aladan, sp?ttisch: "Ich denke dein finales Plan besteht immer noch darin, zuerst Kaiser von Genville zu werden und danach Kaiser des Welt."
Caesar: "Und wenn Meneor plant, alle Gentechs umzubringen, indem er hier ein Paradies für sie entstehen l?sst. Wenn sich dann alle darin eingefunden haben, schleicht es sich eines Nachts von Haus zu Haus und schneidet allen die K?pfe ab. Ziemlich final oder?"
Ausser Iris und Myrta starren alle verunsichert entweder auf Meneor oder Caesar.
Myrta, zu Iris, die aufmerksam zuh?rt: "Erstaunt es dich auch, wie sie pl?tzlich an Meneor zweifeln, Iris? Die Genvilles sind offenbar geistig so flexibel, dass sie bereit sind, jedes Hypothese anzunehmen und sein Wahrheit zu prüfen, egal wie absurd es sein mag."
Iris, zu den Genvilles: "He, ihr Flexibelchen, wacht auf! Ihr k?nnt nicht jedes Tag aufstehen und daran zweifeln, dass das Erde unter euren Füssen existiert. Sonst müsstet ihr das ganze Tag testen, ob eure Füsse noch stabiles Halt finden oder schon ins Leere treten. Wer handeln will, muss darauf vertrauen, dass gewisse Dinge so sind, wie es denkt, dass sie sind. Deshalb haben die Natürlichen das Geld erfunden. Weil sie einander nicht trauen k?nnen, trauen sie lieber einem Zahlungsmittel. Und warum gibt es in Genville kein Geld? Ganz einfach: weil ihr einander vertraut. Das W?hrung in Genville ist Vertrauen. Ohne dieses Vertrauen werdet ihr euch in eure H?user zurück ziehen, eure Nachbarn misstrauisch be?ugen, Z?une ziehen und nichts mehr tun, ohne ein Gegenleistung zu verlangen. Jedes kümmert sich nur noch um sein Vorteil. Niemand kümmert sich um das gewaltige Aufgabe, das Welt zu retten. Und schliesslich werden alle sterben. Ganz ohne finales Plan."
Die Genvilles h?ren mit grosser Aufmerksamkeit zu.
Myrta, bewundernd: "Wow, Iris, was für ein Rede zugunsten eines Genmonsters!"
Iris, schr?g l?chelnd: "Ja, ich weiss. Ich bin nicht das Glaubwürdigste, wenn es um Vertrauen in Genmonster geht …"
Iris, ernsthaft vor sich hin: "… Aber seit ich mein Leben in Natural City gründlich gegen das Wand gefahren habe, versuche ich in Genville ein neues Anfang. Meneor hat gesagt, es wisse, was ich brauche. Ich war so verzweifelt, dass ich ihm das geglaubt habe, um wenigstens ein bisschen Halt zu finden. Allm?hlich begreife ich, was es gemeint hat. Wenn du jedes Tag dein Leben einsetzt, um das Welt zu retten und das Universum zu erforschen, dann z?hlt nur eines – das absolut Wirkliche. Denn sonst bist du tot. Das Wirkliche aber vernichtet alle Fantasien und Illusionen, in denen du dich gemütlich eingerichtet hast. Das Wirkliche raubt dir das Atem. Und das einzige Halt, das dir noch bleibt, ist das Hand deines N?chsten."
Verblüfft registriert Iris, wie die Genvilles und Myrta, ausser Meneor applaudieren.
Piri, in Gedanken an die entsprechende Szene, kichernd: "übrigens hat Meneor mir auch schon das Kopf abgeschnitten. Und es war gar nicht so schlimm, hihihi."
Allgemeines Gel?chter.
Caesar: "Was ich mit 'sterben' eigentlich gemeint habe, war, ein neues Pilzwesen schaffen, das im alten heran wachsen kann."
Antara: "Das neue Pilzwesen wird aber ein anderes Lebewesen sein, getrennt vom alten, ohne dessen Erinnerungen, ohne dessen Bewusstsein, ohne dessen Ich-Gefühl, ohne alle Gefühlsfelder, die ein Lebewesen erblühen lassen."
Meneor, grinsend: "Und es wird mir das Anstrengung, euch zu k?pfen, abnehmen und euch essen."
Lara, verblüfft: "Wieso?"
Meneor: "Wenn es nicht das Ged?chtnis vom alten Pilzwesen hat, weiss es nicht, wie es von den Essg?rten essen muss. Es weiss nicht, dass wir Freundliche sind. Es wird alles essen, was lebt. So wie es das alte Pilzwesen am Anfang getan hat."
Aladan, sich an die Geschlechtsorgane greifend, sich an die Szene erinnernd, wo ihm das Pilzwesen dieselben abgerissen hat, schmerzlich: "Uiuiui!"
Allgemeines Gel?chter.
Wagon: "Und überhaupt, wie lange wird es dauern, bis ein neues Pilzwesen gross genug ist, um uns vom Ozean her mit Wasser zu versorgen?"
Nachdenkliches Schweigen.
Myrta: "Manchmal hilft es, ein Problem aus einem anderen Perspektive zu betrachten."
Estragon: "Und das w?re?"
Myrta: "Holen wir die Lichtwesen auf das Erde und legen ihnen das Problem vor."
Estragon, bewundernd: "Ein krass anderes Perspektive. Genial!"
Estragon, zum Publikum, begeistert: "Worauf warten wir?"
Zustimmendes Nicken.
Bioskop: "Halt, nicht so schnell! Wenn die hier sind, will ich ein Genprobe. Wir haben schon genug Genmüll auf diesem Planeten und k?nnen darauf verzichten, noch mehr davon einzuschleppen."
Meneor, davon rennend: "Wartet hier. Ich bringe euch eines zum Untersuchen."
Aladan, mit leichtem Spott: "Fürwahr, ein Mann des Tat."
Estragon: "Mit Meneor ist Iris gut beraten. Es ist dasjenige unter uns mit dem direktesten Draht zum Wirklichen."
Lara entkleidet sich, …
… legt sich auf den Boden, dabei je einen Fuss von Aladan und Estragon auf ihren K?rper setzend und sagt lasziv: "Wer, wie ihr, gern im Wortgeklingel badet, kann schon mal vergessen, worauf es wirklich steht."
Aladan und Estragon, ihre Kleider weg schmeissend, stürzen sich gleichzeitig auf Lara.
Iris kommentiert nüchtern: "Das Erinnerung ist aber schnell zurück gekommen."
Allgemeines Gel?chter.
Szeneanfang:
Ein paar Obdachlose stehen mit ihren "Wir wollen wohnen!"-Schildern am Strassenrand. Hinter jedem lehnt ein Knüppel an der Hauswand. Die Strasse ist im Moment nicht sehr belebt.
Aus einer Seitenstrasse stürmt eine Handvoll Knüppelm?nner auf die Obdachlosen zu …
… und beginnt auf sie einzuprügeln. W?hrend das Kleid der Obdachlosen sich in eine Rüstung verwandelt, …
… greifen die Obdachlosen nach ihren Knüppeln …
… dreschen, unbeeindruckt von den Schl?gen der Knüppelm?nner auf diese ein, ..
… was die Knüppelm?nner mit Schmerzrufen eine Weile einstecken, …
… wonach die Knüppelm?nner, übers?t mit blauen Flecken, verst?rt fliehen.
Szeneanfang:
Ein blau befleckter Knüppelmann telefoniert mit Ritsch.
Knüppelmann, verst?rt: "Es funktioniert nicht!"
Ritsch, Stirn runzelnd: "Was funktioniert nicht?"
Knüppelmann, wie oben: "Sobald wir auf sie eindreschen, verwandelt sich ihr Kleid in eine Rüstung und dann hauen sie uns zu Klump."
Ritsch, befremdet, mit aufkeimendem Zorn: "Wenn Sie solche Halluzinationen haben, sollten Sie vom Drogenkonsum absehen …"
Ritsch, wütend: "… und mich nicht mit Ihrem Delirium bel?stigen!"
Knüppelmann, ausrastend: "Lecken Sie mich am Arsch, Sie verdammter Idiot! Für Ihre paar Kr?ten lassen wir uns nicht mehr verprügeln!"
W?hrend der Knüppelmann wütend den H?rer hin knallt, starrt Ritsch, verblüfft über dessen Reaktion, mit dem H?rer in der Hand geradeaus in sein Büro.
Den H?rer auflegend, denkt Ritsch Stirn runzelnd: 'Ich muss mir selber ein Bild machen …'
Ritsch, in die Gegensprechanlage zu seiner Sekret?rin: "Lassen Sie eine Vertretung von diesem aufmüpfigen Obdachlosenpack kommen. Aber nur eine Person!"
Sekret?rin, aus der Gegensprechanlage: "Ja, Herr Direktor, aber wie soll ich sie erreichen? Obdachlose haben kein Telefon?"
Ritsch, ungehalten: "Dann bewegen Sie Ihren faulen Hintern auf die Strasse, Sie dumme Kuh! Die stehen ja überall herum."
Sekret?rin: "Ja, Herr Direktor, aber dann muss ich meinen Posten verlassen."
Ritsch, wie oben: "Fürs Pinkeln verlassen Sie ja auch dauernd Ihren Posten. Ich werde Ihre Abwesenheit überleben."
Sekret?rin: "Ja, Herr Direktor."
Ritsch denkt Stirn runzelnd: "Diese Jarschleckerei … Warum kommt sie mir nicht frech? …'
Ritsch stellt sich das Bild vor und denkt, darin schwelgend: '… Dann k?nnte ich ihr mit einem Faustschlag mitten ins Gesicht Manieren beibringen …'
Ritsch denkt seufzend: '… Für unsereins sollte es keine Gesetze geben. Wir stehen über allem und sollten alles dürfen …'
Szeneanfang:
Die Genvilles sowie Myrta und Iris, die immer noch bei den Nutzwesen warten, h?ren erstaunt ein lautes "Hahahaha" in der Ferne.
Das allgemeine Erstaunen steigert sich, wie ein lachend tanzender Meneor erscheint, der durch einen Faden mit einem schwebenden Lichtwesen verbunden ist, welches augenscheinlich durch fliessende Bewegungen an dem Tanz teilnimmt, ...
... sodass sie, herum wirbelnd ...
... und herum springend, trotz der seltsamen Paarung perfekt harmonieren, wobei das durch die Bewegungen des Lichtwesens ausgesandte Leuchten der Darbietung einen m?rchenhaften Zauber verleiht.
Die vier Schwestern mit leuchtenden Augen:
Hisch: "Das ..."
Wagon: "... ist ..."
Lara: "... zauber..."
Piri: "...haft."
Aladan, kritisch: "Das Frage ist doch wohl eher: Wer da mit wem zaubert?"
Estragon, kritisch: "Auch wenn das Darbietung eines gewissen ?sthetischen Reizes nicht entbehrt, scheint mir doch Vorsicht geboten, wenn das Kontakt mit einem Lichtwesen ein solches Wirkung erzeugt."
Antara, lachend: "Das ist es nicht! Meneor hat zwei Früchte vom Iris-Busch gegessen, eines für sich und eines für das Lichtwesen, weil es nicht essen kann."
Die vier Nutzwesen im Chor: "Zwei?! Uff!"
Aladan, verwirrt: "Iris-Busch? Uff? Haben wir etwas verpasst?"
Hilfsorgane: "Wir haben für Iris ein Busch gebaut. Seine Früchte erzeugen ein Moment des Glücks, ohne deine k?rpereigenen Endorphine anzuzapfen und zu ersch?pfen. Weil das Frucht alle Endorphine enth?lt, entsteht kein Sucht oder Depression durch Endorphinmangel. Aber zwei Früchte auf einmal, ..."
Hilfsorgane, lachend: "... bringen sogar ein Krieger zum Tanzen."
Gel?chter der Nutzwesen.
Lara, verzückt: "Ein Augenblick des Glücks ohne negative Folgen ... Genial! ..."
Lara, mit begehrlich ausgestreckten Armen, kindlich: "... Will auch probieren!"
Allgemeines Gel?chter.
Myrta, das tanzende Paar betrachtend, l?chelnd: "Meneor kann's mit jedem Wesen, das ..."
Iris: "... nett ist?"
Iris, zu Myrta: "Und warum kümmert es sich um mich? Ich bin nicht nett."
Myrta: "Ich habe Leute kennen gelernt, die verhalten sich so wie du. Und die sind wirklich nicht nett ..."
Iris h?rt betroffen zu.
Myrta: "... Sie benutzen ihr Einfühlungsverm?gen, um das Vertrauen der anderen zu erschleichen, damit sie sie zum eigenen Vorteil manipulieren k?nnen. Sie sind wie Vampire, die das Nutzen aus ihren Opfern saugen und die leeren Hüllen achtlos zurücklassen ..."
Iris h?rt bekümmert zu.
Myrta: "... Du jedoch hast ein liebenswertes Kern, das sich mit 'unnettem' Verhalten davor schützen will, verletzt zu werden ..."
Iris staunt.
Myrta, viel sagend l?chelnd: "... Und du weisst ja: Meneor kann mit seinem Feldsinn in dein Innerstes schauen und sich an deinem liebenswerten Kern erfreuen ..."
Myrta, leicht err?tend: "... So wie ich."
Auch Iris err?tet bei dieser zarten Liebeserkl?rung ...
... und sagt, wohl wissend, dass sie nur ablenken will, vor sich hin, l?chelnd: "Du hast ja gar kein Feldsinn."
Myrta, l?chelnd: "Aber sogar ein Ingenieur kann ein bisschen Empathie haben."
Iris und Myrta lachen sich lautlos an, ...
... worauf sich ihre K?pfe, zu ihrer eigenen Verblüffung auf einander zu bewegen, ...
... bis sich ihre Lippen zu einem Kuss treffen.
Stimme aus dem Off: "Nun küsst euch schon!"
Erst jetzt ist zu sehen, wie Lara die beiden K?pfe lachend zum Kuss zusammen schiebt.
Wie Lara die beiden losl?sst, ...
... gehen sie err?tend auseinander.
Wie Iris feststellt, dass sie im Zentrum einer l?chelnden Aufmerksamkeit stehen und auch Meneor grinsend dasteht, faucht Iris: "Was f?llt euch ein, uns zu belauschen, ihr verdammten Spanner!"
W?hrend Iris wütend die F?uste ballt, erntet sie allgemeines Gel?chter. Auch Myrta muss lachen, wenn auch noch etwas peinlich berührt.
W?hrend die allgemeine Heiterkeit noch andauert, geht Meneor auf Bioskop zu ...
... und zeigt mit dem Finger auf Bioskops Analysefl?che, ...
... worauf sich ein Faden des Lichtwesens darauf zu bewegt ...
... und in die Analysefl?che einsinkt.
Bioskop ist von hinten zu sehen. Alle Gentechs starren gebannt auf Bioskops Bildschirm.
Myrta und Iris beobachten gespannt die Gentechs.
Bioskop: "Ich habe ein Verbindung mit dem Lichtwesen ... Was für ein sch?nes Bewusstsein!"
Hisch bellt: "Lass dich davon nicht in deinem Urteil beeinflussen! Sonst fresse ich dich morgen zum Frühstück!"
Bioskop: "Ich schmecke nicht. Ich zeige euch sein Genom auf meinem Bildschirm. Dann k?nnt ihr euch selber ein Urteil bilden. Konzentriert euch!"
Mit offenen Mund beobachten Myrta und Iris, wie die Gentechs in eine Art Trance versinken, w?hrend sie die Daten von Bioskops Bildschirm aufnehmen.
Iris berührt mit fragendem Blick Myrtas Schulter.
Myrta bedeutet Iris mit dem Finger auf den Lippen, dass sie ja kein Ger?usch machen sollen.
Iris nickt.
Mehrere Minuten lang verharren die Gentechs in ihrer Trance, ...
... bis sie alle aufschauen, als würden sie erwachen.
Myrta, tief atmend: "Puh, ich hab mich kaum getraut zu atmen. Ich habe euch noch nie so gesehen. Was habt ihr gemacht?"
Chromos 5: "Wir haben sein Genom auswendig gelernt, damit wir seine M?glichkeiten erforschen k?nnen."
Myrta, fassungslos: "Zehntausende von Genen ... auswendig ... in ein paar Minuten?"
Wagon, lachend: "Ist doch einfach. Und wie sollen wir es sonst begreifen?"
Myrta: "Aber was gibt es da zu begreifen? Die Gene liegen doch bloss nebeneinander. Sie bilden kein K?rper, kein Bewusstsein, kein ...
Wagon: "Wenn du das Bauplan eines Maschine siehst, liegen dort auch nur Striche nebeneinander. Und trotzdem kannst du dir vorstellen, wie das Maschine funktioniert. Warum sollte es beim Bauplan für das Leben nicht gehen?"
Antara: "Wenn du tausend Geschichten über Natürliche gelesen hast mit allen Variationen ihres Verhaltens, dann gewinnst du ein Gefühl dafür, wie Natürliche sind. Wenn wir die Gene eines Wesens lesen, erz?hlen sie uns tausend Geschichten und wir spüren, wie dieses Wesen ist."
Myrta, etwas eingeschüchtert: "Aber das braucht ein gigantisches Bewusstsein! Ich kann es mir einfach nicht vorstellen."
Iris: "Warum bitten wir das Lichtwesen nicht darum, uns zu einem kollektiven Bewusstsein zusammen zu schliessen? Dann k?nnen wir Dumpfbacken in euren Monsterhirnen herum schwimmen und wenigstens ein bisschen ahnen, was ihr so treibt."
Staunen im Publikum.
Lara, staunend: "Geht das?"
Caesar, kritisch: "Und wenn es uns t?tet?"
Aladan: "Wer will schon ewig leben, wenn auch das Universum voller Arschl?cher ist?"
Hisch: "Was willst du damit sagen?"
Chromos 5: "Wenn ich Aladan richtig verstehe, stellt es das grunds?tzliche Frage, ob sich unser Bemühen, ein Paradies zu erschaffen, lohnt, wenn wir bis an das Rand des Universums umgeben sind von destruktiven Bedürfnisstrukturen."
Hisch, lachend: "Na, da kann ich das Alad?nchen beruhigen. Die Arschl?cher sorgen n?mlich dafür, dass uns nie langweilig wird, weil es immer eines gibt, das wir in das Hintern treten k?nnen ..."
Hisch, auf Aladan zu gehend, drohend: "... Und wenn Alad?nchen zu faul ist zum K?mpfen, dann fange ich bei ihm an."
Aladan, auf Knien, H?nde ringend: "Gnade!"
Allgemeines Gel?chter.
Caesar, sarkastisch: "Dann haben wir also beschlossen, unser Leben leichtfertig aufs Spiel zu setzen."
Wagon: "Du kannst ja zuschauen und uns bei Bedarf retten."
Caesar, grinsend: "N?, ich will auch Spass haben."
Alle scharen sich n?her um Bioskop.
Meneor, mit geschlossenen Augen: "Ich frage das Lichtwesen."
Myrta, zu Iris, schmunzelnd: "Wir sind offenbar nicht die einzigen, die das Weg des Kriegers gehen."
Iris nickt l?chelnd.
Die F?den des Lichtwesens bewegen sich auf alle Anwesenden, auch die andern Nutzwesen zu ...
... und verbinden sich mit den K?pfen bzw. K?rpern bei den Nutzwesen.
Iris, seufzend: "Das Privatsph?re ist jetzt wohl am Arsch. Warum mache ich auch solche Vorschl?ge?"
Myrta und Iris legen die K?pfe nach hinten. Das Erlebnis der Verbindung mit den Genvilles raubt ihnen den Atem.
Unwillkürlich greift Myrta nach Iris' Hand.
Myrta, hin und weg: "Wow, wow, wow! Ein Kontinent aus Genen ... Ein Himmel voller Gedanken ... voller Geschichten ... Ein riesiges Gew?lk aus farbigen Gefühlen, ... das sich verdichtet ... zu ... Barmherzigkeit ... zu einem Wort, das alles andere überstrahlt ... heilen ..."
Myrta, zitternd und weinend vor Ergriffenheit: "... Auch wenn ihr seid wie Kinder ... Dieses ungeheuerliche Kompetenz auf dem Gebiet des Gentechnik! ... Ich habe mein Leben lang nach guten Gedanken und L?sungen gestrebt und niemanden gefunden, das dieses Bestreben mit mir geteilt hat ... Für all die Natürlichen waren gute Gedanken nur Mittel zum Zweck, um sich über die andern zu erheben ... Und jetzt schwelge ich in einem Paradies des Geistes ... Und kein einziges Gefühl ist da, welches, wie ein Messer, die Sch?nheit eines Gedankens zerschneiden will um eines Zweckes Willen, das letztlich nur Schmerz erzeugt ..."
Iris, mit Tr?nen: "Verdammt Myrta, h?r auf, ich muss weinen ..."
Iris, mit Tr?nen, erschüttert: "... Ausserdem bin ich selber so ein Naturmonster, das gute Gedanken, missbraucht hat, um sich über andere zu erheben ..."
Iris, wie oben, mit gesenktem Kopf: "... Und wenn ich jetzt noch erleben muss, wie sich dieses Quallending mit seinem Bedürfnis zu heilen als Samariter des Universums geb?rdet, fühle ich mich doppelt beschissen."
Irritiert bemerkt Iris das entzückte Lachen der Genvilles.
Antara, schw?rmerisch: "'Samariter des Universums' was für ein sch?nes Titel! Iris, auch wenn du mit deinem Existenz haderst, du bist immer wieder ein Quell des Freude."
Iris ist verwirrt, ...
... schaut aber pl?tzlich, als vern?hme sie eine innere Stimme ...
... und sagt, mit geschlossenen Augen sich entspannend: "Mir ist pl?tzlich so warm ... als würde mich jemand in ein kuscheliges Decke hüllen ... als w?re ich ein Baby ..."
Antara: "Das Lichtwesen versucht dein Schmerz zu lindern."
Iris, wie oben, aber besorgt: "Es wird mich doch nicht umbauen?"
Chromos 5: "Nein, das kann es nicht. Seine Wandlerzellen funktionieren auf zellul?rer Ebene. Sein Einfluss basiert auf Bildern, Gefühlen, Gedanken, Chemikalien."
Iris, gequ?lt kichernd: "Dann bin ich jetzt also beim Psychiater."
Estragon: "Nachdem wir sein Harmlosigkeit festgestellt haben, sollten wir ihm das Problem mit dem Pilzwesen vorlegen?"
Augenblicklich konzentrieren sich die Genvilles darauf, dem Lichtwesen das Problem zu vermitteln.
Iris: "Wie soll das gehen ohne W?rter?"
Antara: "W?rter sind Klanggefühlsbilder. Wir verzichten auf das Klang und versuchen es mit Gefühlsbildern."
Iris: "Zum Beispiel?"
Antara: "Lasst uns ein von schmerzlichen Gefühlen begleitetes Bild des Pilzwesens entwerfen, wo es das Erde überwuchert und alles Leben erdrückt ..."
Antara: "... Nun ein von freundlichen Gefühlen erfülltes Bild des Pilzwesens, wie es unsere G?rten bew?ssert, ...
Antara: "... sich von unseren K?stlichkeiten ern?hrt, ..."
Antara: "... uns beim Reisen durch das Luft katapultiert und zum Jauchzen bringt, damit klar ist, dass das Pilzwesen unser Freund ist."
Estragon: "Es gefühlsbildet ein Klon, so wie Caesar es vorgeschlagen hat ..."
Estragon: "... Jetzt verbindet ein Lichtwesen das Original mit dem Klon zu einem Kollektivbewusstsein ... Es will auch das Erfahrung klonen ... alles Erinnern ... das ganze Pers?nlichkeit ..."
Estragon: "... Jetzt stirbt das Original."
Wagon, fast ehrfürchtig: "Aber wenn die Lichtwesen das Bewusstsein klonen k?nnen, ..."
Chromos 5: "... ist das kein L?sung."
Alle schauen Chromos 5 überrascht an.
Chromos 5: "Wenn wir Iris klonen und dann das Gehirninhalt in das Klon kopieren, wird dann Iris das Gefühl haben, von nun an in dem Klon zu leben?"
Iris, nachdenklich: "Abgesehen davon, dass es ein Albtraum w?re, mir selbst zu begegnen, wird dies ein fremdes Gesch?pf sein."
Chromos 5: "Das Gefühl zu existieren ist unkopierbar. Auch das Klon wird dieses Gefühl haben, aber es sind dann eben zwei Existenzgefühle, jedes getrennt vom andern."
Iris, tonlos: "Das heisst, wenn ihr MICH dann t?ten würdet, würde ICH sterben, auch wenn da ein Klon lebt, das genauso denkt und fühlt wie ich. Es ist, als h?tte ich ein Kind geboren und würde mir einbilden, in ihm weiter zu leben."
Myrta: "Na, dann liegt das L?sung doch auf dem Hand."
überraschung im Publikum.
Myrta: "Ihr macht ein Klon ohne Gehirn. Die Nutzwesen transplantieren das Gehirn des Pilzwesens in das Klon. Und falls das Gehirn auch aus Wucherzellen besteht, kann Ambellmi diese viel kleinere Zellmasse anpassen. Dann kann das Pilzwesen von seinem neuen K?rper aus zuschauen, wie wir sein altes bewusstloses K?rper zerst?ren."
Verblüffung im Publikum.
... und tosender Applaus mit Bravo-Rufen.
Lara, bedrückt: "Das Idee ist genial. Aber wenn das K?rper des Pilzwesens stirbt, bevor das Klon so gross ist, woher kommt dann unser Wasser?"
Aladan: "Es muss halt ultra schnell wachsen, aber auch stoppen k?nnen, wenn es gross genug ist."
Iris, kritisch: "Und wie wollt ihr zwei solche Riesenviecher gleichzeitig ern?hren? Und wenn das alte Pilzwesen kein Gehirn mehr hat, wird es dann noch Wasser pumpen oder einfach schlaff daliegen?"
Nachdenkliche Gesichter.
Myrta: "Das Pilzwesen ist unser Freund und kein Pumpwerk. Rettet ihr das Pilzwesen. Ich werde ein L?sung für das Wasser finden ..."
Myrta, mit Blick auf Caesar, l?chelnd: "... Und das geniale Caesar wird mir dabei helfen. Es hat in Natural City gelernt, ingenieursm?ssig zu denken."
Aladan, sp?ttisch: "Oho, unserem Kaiser ist es also gelungen, treues Gefolgschaft zu finden."
Caesar, s?uerlich l?chelnd: "Pah."
Kichern und lachen.
Szeneanfang:
Voller Unbehagen n?hert sich Ritschs Sekret?rin einer demonstrierenden Obdachlosen.
Sekret?rin, wie oben: "?hm, Verzeihung. Herr Direktor Ritsch m?chte gern eine Vertretung von Ihnen empfangen."
Obdachlose, welche die geschraubte Formulierung nicht versteht: "H??"
Sekret?rin, gezwungen l?chelnd: "?hm, Herr Direktor Ritsch m?chte gern mit Ihnen sprechen."
Obdachlose, mit ausgestrecktem Arm den Weg weisend: "N?, gehen Sie da lang!"
Auch beim n?chsten Obdachlosen blitzt die Sekret?rin ab und wird in Richtung Obdachlosenareal weg geschickt.
Wie sie beim Obdachlosenareal anlangt, wird sie an die Schuhverk?uferin verwiesen.
W?hrend die Sekret?rin auf die Schuhverk?uferin zugeht, denkt sie voller Unbehagen: 'Hier lande ich also, wenn Ritsch mich raus wirft ...'
Ili hat sich unsichtbar gemacht und flüstert der Schuhverk?uferin ins Ohr: "Das ist das Mensch, das bei Ritsch sitzt. Es soll mich nicht sehen. So kann ich dich besser beschützen."
Schuhverk?uferin, mit Fragezeichengesicht, denkt: ' 'Das Mensch, das bei Ritsch sitzt?' ...'
Sekret?rin, zur Schuhverk?uferin, gezwungen freundlich: "Guten Tag, ich bin die Sekret?rin von Herrn Direktor Ritsch. Er m?chte gern mit Ihnen sprechen. H?tten Sie Zeit?"
Die Schuhverk?uferin muss kichern, wie sie denkt: 'Ach so, seine Sekret?rin ... Vielleicht sitzt sie ja nicht nur bei, sondern auch auf Ritsch ...'
Sekret?rin, irritiert: "Was ist daran so lustig?"
Schuhverk?uferin, grinsend: "Schon gut, ich komme."
Der Sekret?rin folgend, muss die Schuhverk?uferin wieder kichern, wie sie denkt: 'Ob sie heute auch schon gekommen ist?'
Sekret?rin, Stirn runzelnd, denkt: 'Diese durchgeknallte Schachtel soll die Anführerin dieses Mobs sein? ...'
Wie die beiden, begleitet von der unsichtbaren Ili, durch die Strassen gehen, wird die Schuhverk?uferin zusehends nachdenklicher.
Schuhverk?uferin, besorgt, denkt: 'Was, wenn Ritsch mich entführen oder gar umbringen will? Dass er vor Gewalt nicht zurückschreckt, hat er ja mit seinen Knüppelm?nnern bewiesen ...'
Ili berührt mit ihren H?nden die Schultern der Schuhverk?uferin.
Die Schuhverk?uferin schliesst die Augen ...
... und geht mit geschlossenen Augen, sehr zum Befremden der Sekret?rin weiter.
Sekret?rin, verunsichert: "Ist Ihnen nicht gut? M?chten Sie sich setzen?"
Schuhverk?uferin, mit geschlossenen Augen, l?chelnd: "Nein, ich fühle mich im Moment nur gerade so wohl."
Sekret?rin, Stirn runzelnd, denkt: 'Steht sie unter Drogen?'
Schuhverk?uferin, wie oben, denkt: 'Ili hat meine Angst gespürt und sie aufgel?st. Was für ein sch?nes Gefühl, eine solche Freundin zu haben! Ich Dummie brauch doch keine Angst zu haben ...'
Schuhverk?uferin, die Sekret?rin mit offenen Augen anlachend, denkt: '... Ich habe schliesslich eine Ninja im ?rmel, die kampfst?rker ist als jeder Ninja, den wir Natürlichen je hervorgebracht haben.'
Sekret?rin, befremdet, denkt: 'Will sie mich anbaggern? Ist sie eine Lesbe? ...'
Sekret?rin, bedrückt, denkt: 'Warum muss ich diesen Mist machen? Ich hasse meinen Job!'
Die Schuhverk?uferin betritt mit der unsichtbaren Ili Ritschs Büro.
Ritsch, hinter seinem Schreibtisch sitzend, mit falschem L?cheln: "Ah, da kommt ja das gute Stück."
Schuhverk?uferin, irritiert, denkt: 'Gutes Stück?'
Ritsch, neben sein Pult tretend: "Kommen Sie nur n?her."
Wie die Schuhverk?uferin vor Ritsch steht, greift dieser mit beiden H?nden hinters Pult.
Erschrocken sieht die Schuhverk?uferin einen Baseballschl?ger auf sich zurasen, ...
... den sie mit erhobenem Arm abwehrt, wobei sich ihr Kleid in einem Sekundenbruchteil in eine Rüstung verwandelt und sie so vor Verletzung schützt.
Geistesgegenw?rtig entreisst die Schuhverk?uferin Ritsch den Schl?ger, ...
... dreht sich einmal im Kreis ...
... und haut den verblüfften Ritsch schwungvoll in die Kniekehle, ...
... sodass dieser auf die Knie sackt ...
... und mit Schmerz verzerrtem Gesicht ruft: "Sind Sie verrückt?!"
Ritsch, Schmerz verzerrt, fassungslos, wütend, bellt: "Was f?llt Ihnen ein, mich zu schlagen?!"
Schuhverk?uferin, w?hrend ihre Rüstung sich zurückbildet, kühl: "Sagen Sie mir zuerst, was Ihnen einf?llt, mich zu schlagen."
Sich am Pult aufstützend, rappelt sich Ritsch ?chzend hoch.
Ritsch, eisig: "Ich bin Ihnen keine Rechenschaft schuldig. Und von Leuten wie Ihnen kann man sowieso nur Schlechtes erwarten."
Schuhverk?uferin, sich abwendend, wie oben: "Danke für das Gespr?ch."
Ritsch, im Befehlston: "Halt! Wir sind noch nicht fertig."
Die Schuhverk?uferin hat sich wieder Ritsch zugewendet: "Ja, das ist wahr. Ich wollte Sie schon lange etwas fragen: Haben Sie kein Mitgefühl? Haben Sie kein Gewissen?"
Ritsch, mit gezwungenem L?cheln: "Wozu soll das gut sein? Ich will nicht die Schmerzen der andern mitfühlen. Und ein Gewissen ist nur hinderlich fürs Erreichen ehrgeiziger Ziele."
Schuhverk?uferin, mild: "Sie k?nnten auch Freude mitempfinden. Und wenn Sie ein Gewissen h?tten, sodass Menschen sich auf Sie verlassen k?nnten, würden Sie Geborgenheit in einer Freundschaft finden."
Ritsch, wie oben: "Geborgenheit ist etwas für Babys. Und Freude empfinde ich vor allem beim Anblick meines Kontostandes."
Ritsch: "Wie funktioniert das, was Sie da tragen?"
Schuhverk?uferin, matt, weil es keinen Wert hat, mit diesem Mann zu reden: "Ich weiss es nicht. Ich hab's nicht erfunden."
Ritsch, mit hinterlistiger Freundlichkeit: "Und wer hat's erfunden?"
Schuhverk?uferin, wie oben: "Die Genvilles."
Ritsch ruft staunend: "Diese Irren in der Wüste?!"
Schuhverk?uferin, wie oben: "Wenn Sie meinen."
Entt?uscht verl?sst die Schuhverk?uferin Ritschs Büro, wobei sie denkt: 'Ich Naivchen. Wie konnte ich nur annehmen, dass dieser kaputte Typ mir ein halbwegs akzeptables Angebot macht?'
Ili bleibt in Ritschs Büro zurück.
Ritsch, mit fiesem L?cheln vor sich hin: "Diese Wüstenspinner werden wohl kaum ein Patent auf ihr merkwürdiges Kostüm angemeldet haben."
Ritsch, mit schmerzlich verzogenem Gesicht zum Pult hinkend: "Aua, diese verdammte Kuh hat ganz sch?n zugeschlagen."
Ritsch, hinter dem Pult am Telefon: "Hier ist Ritsch. Geben Sie mir den Forschungsleiter! Und zwar ein bisschen pl?tzlich! ..."
Ritsch: "... Besorgen Sie sich ein Kostüm von diesem Abschaum, der da jeden Tag gegen mich demonstriert! Ich will, dass Sie dieses Kostüm für mich patentieren. Es verwandelt sich unter Gewalteinwirkung in eine Rüstung ..."
Ritsch, ungehalten: "... Natürlich haben Sie's nicht erfunden, Sie Idiot! Sie sollen es untersuchen und eine passende Beschreibung für den Patentantrag entwerfen. Ich will, dass niemand dieses Kostüm ohne meine Einwilligung tragen darf. Und das ein bisschen hopp, wenn ich bitten darf. Sonst streiche ich Ihnen die Forschungsgelder!"
Die unsichtbare Ili h?rt mit Fragezeichengesicht zu.
Die Schuhverk?uferin hat Ritschs Hochhaus verlassen und biegt in eine unbelebte Seitenstrasse ein.
Wie sie sich unbeobachtet w?hnt, sagt die Schuhverk?uferin entt?uscht: "Ritsch ist so ekelhaft. Wollte er mich wirklich nur sehen, um mich zu verprügeln? Wollte er mich tot schlagen und so sein Problem l?sen?"
Wie sie keine Antwort bekommt, schaut sich die Schuhverk?uferin fragend um: "Ili?"
Schuhverk?uferin, unfroh kichernd: "Ich rede schon mit einer Unsichtbaren, als w?re es die selbstverst?ndlichste Sache der Welt ... Dabei ist sie gar nicht da ..."
Schuhverk?uferin, unfroh lachend: "... Oder ich bin einfach verrückt."
Etwas sp?ter schlendert eine nachdenkliche Ili auf das Obdachlosenareal zu.
Die Schuhverk?uferin bemerkt Ilis Gesichtsausdruck und ruft: "Ili, wo warst du? Warum so ernst?"
Ili, bei der Schuhverk?uferin anlangend: "Ritschs Verhalten war unlogisch. Ich wollte wissen, wie es logisch wird. Aber ich verstehe es nicht."
Schuhverk?uferin: "Was denn?"
Ili: "Es hat einem gesagt, es solle ein 'Patentantrag' machen und dass niemand unser Kostüm ohne Ritschs Einwilligung tragen dürfe."
Die Schuhverk?uferin ahnt Schlimmes ...
... und sagt Stirn runzelnd: "Ich kenne mich da auch nicht so aus. Aber wenn es Ritsch gelingt, unser Kleid zu patentieren, dürfen wir es vermutlich nur tragen, wenn wir ihm dafür etwas bezahlen."
Ili, verst?ndnislos: "Warum?"
Schuhverk?uferin, wie oben: "Wenn du eine neue Idee oder Erfindung entwickelt hast, kannst du die patentieren lassen. Dann geh?rt sie dir und alle Leute dürfen sie nur nutzen, wenn sie dir dafür Geld geben."
Ili protestiert: "Aber ein Idee kann nicht Ritsch geh?ren! Ein Idee geh?rt jedem, das es begreift!"
Die Schuhverk?uferin betrachtet Ili mit einem langen, etwas traurigen Blick ...
... und sagt: "Ach Ili, w?re die Welt doch nur so, wie du sie siehst. Wenn ich recht habe, wird Ritsch uns zwingen, die lebenden Kleider auszuziehen und uns gleichzeitig wegen Patentverletzung verklagen. Wenn wir dann die zweifellos hohe Busse nicht bezahlen k?nnen, müssen wir alle ins Gef?ngnis ..."
Schuhverk?uferin, mit gesenktem Blick, traurig: "... Wir haben verloren."
Ili, verwirrt: "Aber Lapsus, ich und die Nutzwesen haben das lebende Kleid gemacht. Wie kann Ritsch sagen, dass es ihm geh?rt?"
Schuhverk?uferin, wie zu einem Kind, sanft, traurig: "Ritsch hat so viel Geld, dass er die Leute dazu bringen kann, zu tun, was er will. Dabei z?hlt nicht, was wahr, richtig oder falsch ist. Dabei z?hlt nur sein Vorteil."
Ili, Stirn runzelnd: "Sein Vorteil ist sein Freude?"
Schuhverk?uferin, wie oben: "Ja."
Ili, treuherzig: "Aber 'Mehr Freude, weniger Schmerz' meint nicht mehr Freude für Ritsch. Es meint, mehr Freude im Universum. Und wenn du dafür k?mpfst, musst du manchmal auch Schmerz ertragen. Es kann nicht immer nur Freude sein, solange es Ursachen gibt für Schmerz."
Schuhverk?uferin, beeindruckt, gerührt: "Ili, Ili, dein Herz ist so rein wie ein in der Sonne glitzernder Wassertropfen!"
Ili, die Arme um die Schuhverk?uferin legend, lachend: "Trink mich!"
In einem wundersch?nen Bild, welches das Gleichnis mit dem Wassertropfen integriert, küsst Ili die Schuhverk?uferin auf den Mund, was diese wie eine Verdurstende, die gelabt wird, geniesst.
Schuhverk?uferin, aufgewühlt und gerührt von dem innigen Kuss: "Ritsch wird triumphieren, uns besiegen. Wir müssen es einfach geschehen lassen. Denn wenn wir jetzt die lebenden Kleider ausziehen, werden uns die Knüppelm?nner tot schlagen ..."
Schuhverk?uferin, wie oben: "... Ili, sag mir ... Gibt es Hoffnung?"
Ili, treuherzig: "Ritsch hat nur Macht bei den Natürlichen. Aber das Universum ist gross und hat viele Wege. Wir werden ein Weg finden."
Die Schuhverk?uferin h?rt zu, als würde ihr dürstender Geist Labsal erfahren.
Schuhverk?uferin, auf die Knie sinkend: "'Das Universum ist gross und hat viele Wege.' ..."
Schuhverk?uferin, weinend: "... Du bringst mich zum Weinen."
Tr?stend legt Ili ihre H?nde auf die Schultern der Schuhverk?uferin.
Szeneanfang:
Tank ruft: "Die ersten zehn Kugeln mit Flus Fürzen sind feeertiiig!"
Estragon muss l?cheln, wie er den seufzenden Aladan anschaut.
Tank: "He, macht vorw?rts, ihr Schlurfis! Da warten noch 990 von diesen Dingern auf euch."
Aladan und Estragon schauen sich an und denken mit Fragezeichengesicht: 'Schlurfis?'
Indem sie sich ein verschworenes L?cheln zuwerfen, beginnen sie mit qu?lender Langsamkeit auf Tank zu zu schlurfen.
Tank seufzt.
Hilfsorgane, lachend: "Tank liefert diesen Nutzlosen noch ein Grund für ihr Faulheit."
Bioskop und Trage lachen.
Aladan und Estragon stehen vor dem ge?ffneten Tank, in dem zehn Fussball grosse Kugeln liegen ...
... und greifen sich je eine Kugel.
Sanft senkt sich die m?chtige Hand von Sokrates Aufnahme bereit auf den Boden.
Aladan und Estragon legen ihre Kugeln auf die Handfl?che.
Wie die zehn Kugeln auf der Hand liegen, erhebt sich Sokrates, auf dessen Schulter Meneor steht.
Aladan: "Und was machst du jetzt damit, Meneor?"
Meneor: "Ein 'U'."
Aladan, sp?ttisch: "Aha, du gibst also Schreibunterricht."
Meneor, grinsend: "Ich mache zuerst ein 'U' und wenn die Schleier des Nacht drin sind, machen wir ein 'O', dann sind sie gefangen."
Estragon, lachend: "Wenn Meneor dir etwas erkl?rt, wirkt das Welt pl?tzlich unglaublich einfach."
Aladan und Meneor und die Nutzwesen lachen.
Sokrates: "Wie kann das Welt einfach sein,. wenn es aus so vielen verschiedenen Teilen besteht?"
Verblüffung im Publikum.
Estragon, lachend: "Das war bloss ein Scherz, Sokrates, bloss ein Scherz."
Allgemeines Gel?chter.
Fragezeichen bei Sokrates.
Sokrates stampft mit dem heldenhaft auf seiner Schulter stehenden Meneor davon.
Estragon: "Mein Herz, liebstes Aladan, es schl?gt schneller bei diesem Anblick unseres Helden."
Aladan: "Auch ich, liebstes Estragon, kann nicht umhin, ihm h?heres Puls zu zollen."
Aladan, den geschlossenen Tank betrachtend, in dem die n?chsten Kugeln heran wachsen, seufzend: "Wenn wir tausend Kugeln mit Flus Parfüm umgestapelt haben, wird mein Rücken schmerzen. Das ist ja wie im Straflager."
Estragon: "Nun sei nicht so ein J?mmerling. Betrachte es als dein Beitrag zum Heldentum."
Stunden sp?ter. Aladan und Estragon stapeln die letzten Kugeln auf Sokrates' Hand.
Aladan, sich ?chzend den Rücken haltend: "Kriege ich jetzt wenigstens ein Küsschen für mein Beitrag zum Heldentum?"
Spontan springt Meneor von Sokrates' Schulter, ...
... landet neben Aladan ...
... und gibt Aladan einen Kuss auf die Wange, w?hrend Estragon gleichzeitig die andere Wange küsst.
Als h?tten sie es verabredet, werfen die drei ihre Kleider weg, ...
... küssen, ...
... umarmen ...
... und paaren sich.
Sokrates, das Gewusel betrachtend: "Welche Vorteile haben Wisperfelder, wenn sie in den Gefühlswesen solche Verrenkungen ausl?sen?"
Aladan ruft: "Sokrates, du Niederspanner, das sind keine Verrenkungen! Das ist pures Lust!"
Sokrates: "So wie L?cheln? Ein Grund zum Handeln?"
Estragon, zu Sokrates: "Pures Lust ein gutes Grund zum Handeln."
Sokrates: "Aber wenn dieses pure Lust alles w?re, würdet ihr da nicht verhungern?"
Estragon: "Es ist nicht alles, Sokrates. Damit das Verhalten optimal ist, braucht es noch andere Wichtigkeiten. Es ist ein Frage des richtigen Balance. Schon ein kleines falsches Wichtigkeit kann aus einem Wesen ein Monster machen."
Sokrates: "Habe ich die richtigen Wichtigkeiten?"
Estragon: "Ich weiss, dass du absolut gefühllos bist. Trotzdem habe ich dich gern. Du bist ein gutes Kumpel. Myrta hat dein Balance von Wichtigkeiten gut hin gekriegt."
Sokrates: "Ist das wie ein L?cheln?"
Estragon schenkt Sokrates ein strahlendes L?cheln: "Gewiss, liebstes Sokrates, gewiss."
Wie sich die M?nner anziehen, sagt Aladan: "Meneor, wenn wir das Gehirn des Pilzwesens transplantieren wollen, sollten wir vielleicht wissen, wo es ist. Kannst du es mit deinem Feldsinn sehen?"
Meneor: "Es ist überall."
Aladan und Estragon sind sprachlos vor Verblüffung.
Aladan, hilflos: "Aber wie sollen wir ein 'überall' verpflanzen?"
Meneor, grinsend: "Ich weiss es nicht."
Meneor wird von Sokrates' freier Hand auf die Schulter gehievt.
Estragon, den Vorgang beobachtend, tonlos: "Das war ja nicht gerade hilfreich."
Aladan, den Vorgang beobachtend, sinnierend: "Die Fehler von uns Gentechs auszumerzen liegt an uns, liebstes Estragon."
Sorgf?ltig platziert die m?chtige Hand von Sokrates die letzte Kugel, ...
... sodass, aus der Distanz betrachtet, ein vielleicht zwei Quadratkilometer grosses 'U' im Wüstenboden liegt. Neben den beiden offenen Enden des 'Us' liegt je ein Stapel mit weiteren Kugeln, dafür gedacht, das 'U' zu schliessen.
Meneor, auf der Schulter von Sokrates: "Wir sind fertig."
Meneor: "Du bist so gross und stark. Du k?nntest mich zerquetschen. Warum tust du, was ich sage?"
Sokrates: "Das Aktivierungsgrad meiner Denks darf nicht unter ein gewisses Level sinken. Sonst muss ich mich bewegen und neue Reize suchen."
Meneor, grinsend: "Du meinst, es wird dir langweilig?"
Sokrates: "Heisst das so, wenn das Aktivierungsgrad eures Bewusstsein zu tief ist?"
Meneor: "Ja, es ist ein Art Schmerz. Wenn du es vermeiden willst, musst du dich bewegen, Neues suchen."
Sokrates: "Deshalb gehst du mit Lebensinsel ins Universum?"
Meneor: "Ja, im Universum hat es viel Neues. Aber du hast mein Frage noch nicht beantwortet."
Sokrates: "Du hast uns mit Piri das beste L?cheln des Universums gebracht. Du gibst auch viel L?cheln. Was du tust, bringt immer Neues. Mit dir ist es nie 'langweilig'. Warum sollte ich nicht tun, was du sagst?"
Meneor, lachend: "Dann bin ich ja direkt nützlich für dich."
Sokrates: "Ja."
Meneor lacht Sokrates an.
Meneor, mit Blick auf Flus Kugeln: "Auf uns wartet viel Neues. Ich muss dem Pilzwesen sagen, es soll die Schleier des Nacht in das Falle locken."
Lebensinsel: ""Warte, Meneor. Zuerst will ich dir etwas zeigen.""
Szeneanfang:
Meneor und Piri hüpfen mit einem grossen Satz auf Lebensinsel.
Piri, mit Meneor durch die Genville ?hnliche Lebensinsel streifend, l?chelnd: "Wohin geht das Reise, du Geheimnisvolles?"
Lebensinsel: ""Lass dich überraschen.""
Piri: "Aber geh nicht zu schnell. Ich m?chte etwas durch das Schw?rze reisen. Wie die Lichtwesen. Auch wenn es nur ein Hauch davon sein kann."
Lebensinsel: ""Dein Wunsch sei mein Vergnügen.""
Sekunden sp?ter treiben sie im All. Lebensinsel hat seine Biolumineszenz abgeschaltet. Die tintige Schw?rze ist fast zum Greifen. Und nur ein paar unendlich weit entfernte Sternenpunkte lassen ahnen, dass sie nicht in einem finsteren Kellerloch stecken.
Piri und Meneor bewegen sich an den Rand von Lebensinsel ...
... und schauen schweigend in die Schw?rze.
Meneor: "Kannst du dir vorstellen, dass dies für Jahrtausende dein Aussicht ist?"
Piri: "Nein, kann ich nicht."
Schweigen.
Piri: "Aber ich habe noch nie so deutlich gespürt, wie dünn und verloren das Rinnsal des Lebens in diesem gigantischen Nichts ist."
Lebensinsel: ""Wie kann ein Nichts gigantisch sein? Wenn du mit Worten malen willst, sollte das Bild vielleicht in sich stimmen.""
Piri: "... wie zart die Farben des Lebens schimmern vor diesem gigantischen Hintergrund aus Schw?rze."
Meneor: "Das gef?llt mir."
Lebensinsel: ""Ja, schon besser.""
Piri: "Werden diese Farben eines Tages verblassen?"
Meneor: "Du meinst sterben?"
Piri: "Nein. Stell dir vor, wie die Farben allm?hlich ihr Leuchtkraft verlieren, bis das Leben nur noch aus Durchsichtigkeit besteht."
Lebensinsel: ""Was für ein seltsames Gedanke.""
Meneor: "Dafür braucht es zwei."
Piri: "Zwei was?"
Meneor: "Ein Universum frei von Schmerzmonstern."
Piri: "Ja, dann g?be es nichts mehr zu bek?mpfen."
Meneor: "Und das Fehlen von Piri."
Piri, verblüfft: "H??"
Meneor: "Die Lichtwesen waren so lange in dem Schw?rze und sind nicht verblasst."
Piri, sinnierend: "Ja, das ist erstaunlich. Und was hat das mit mir zu tun?"
Lebensinsel: ""Da bin ich gespannt.""
Meneor: "So lange sie zusammen sind, bleibt ihr Leben farbig."
Piri, mit grossen Augen: "Du meinst, so lange wir beisammen sind, ..."
Piri kullern die Tr?nen der Rührung über die Wangen: ".. werden wir nicht verblassen?!"
Lebensinsel: ""Ein Krieger, das von ewigem Liebe spricht? H?tte ich Augen, k?men mir auch die Tr?nen.""
Lebensinsel: ""Wie w?re es jetzt mit einem kleinen Ausbruch von Lust in diesem gigantischen Leere? Das w?re doch ein sch?nes H?hepunkt.""
Meneor und Piri streifen lachend ihre Kleider ab, ...
... w?hrend Lebensinsel sie in den freien Weltraum bewegt, ...
... wo sie sich in eindrücklichem Kontrast zur Verlorenheit im unendlichen Raum leidenschaftlich paaren.
Sp?ter liegen Meneor und Piri, nackt und aneinander gekuschelt, an einem gemütlichen Pl?tzchen auf Lebensinsel, welches wieder von Biolumineszenz erleuchtet ist.
Lebensinsel: ""Nach diesem Ausflug in Lust und Weisheit, werde ich euch das eigentliche Ziel unseres Reise zeigen.""
Nach kurzer Zeit stehen Piri und Meneor nackt am Rand von Lebensinsel und betrachten einen Planeten, auf dem wie ein Teig ein einzelnes Wesen liegt, das sich über gut ein Viertel der Planetenoberfl?che ausbreitet.
Lebensinsel: ""Auf diesem Planeten hat es nur ein Lebewesen.""
Piri, staunend: ""Du meinst dieses riesige Fladen?"
Meneor: "Wie kann Einleben leben? Ist es wie das Pilzwesen?"
Lebensinsel: ""Das ist ja das Besondere. Einleben hat kein Bewusstsein. Es ist ein Zellhaufen, das sich offenbar seit Millionen von Jahren den wechselnden Lebensbedingungen dieses Planeten anzupassen weiss.""
Piri, mit offenem Mund staunend: "Dann kann Einleben das Genom jedes Zelle wandeln, sonst w?re es l?ngst gestorben, wenn sich das Zusammensetzung des Atmosph?re ?ndert oder so."
Lebensinsel: ""Ich dachte, das k?nnte dich interessieren, Piri.""
Piri, begeistert: "Und ob! Das ist phantastisch!"
Meneor: "Phantastisch?"
Piri, überschw?nglich: "Begreif doch! Damit k?nnen wir das Pilzwesen retten. Und wir k?nnen jedes K?rper in ein anderes umwandeln. Du k?nntest ein Frosch sein."
Meneor, wenig begeistert: "Warum soll ich ein Frosch sein?"
Piri, lachend: "Weil Prinzen sich manchmal in Fr?sche verwandeln."
Meneor, nichts begreifend: "Aha, ja dann."
Lebensinsel: ""Hahaha, so lange es Genvilles gibt, wird mein Leben auch nicht an Farbe verlieren.""
Piri, tatendurstig: "Kannst du sein Genom entschlüsseln und es in meinem Kopf speichern, Lebensinsel?"
Lebensinsel: ""Ist schon geschehen. Gehe sorgsam um mit diesem Macht.""
Piri: "Das ist F?higkeit, nicht Macht. Macht ist, wenn du zwingst. F?higkeit, wenn du Wünsche erfüllt."
Lebensinsel: ""Du meinst, Meneors Wunsch, ein Frosch zu sein?""
Meneor schaut bel?mmert.
Piri und Lebensinsel lachen herzlich.

